Kostenvergleich Vollkasko für Elektromodelle wird ordentlich teuer

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Preise für die Kfz-Vollkasko-Versicherungen steigen kräftig. Noch bitterer wird es allerdings für E-Auto-Fahrer. Deren Policen werden deutlich teurer als die von gleichwertigen Verbrenner-Modellen. Dagegen scheint das Neupreisniveau zu sinken.

E-Auto-Fahren dürfte 2025 deutlich teurer werden – weil die Versicherungsprämien steigen.(Bild:  Grimm – VCG)
E-Auto-Fahren dürfte 2025 deutlich teurer werden – weil die Versicherungsprämien steigen.
(Bild: Grimm – VCG)

Die Kosten für die Kfz-Vollkaskoversicherung von Elektroautos sind nach Berechnungen des Portals Verivox höher als Fahrzeuge mit herkömmlichem Motor. Die Versicherer hätten die Preise ihrer Policen sowohl für reine Elektroautos als auch für Hybridfahrzeuge in diesem Jahr stärker erhöht als für vergleichbare Verbrenner, wie das Unternehmen mitteilte. Die Vollkasko-Versicherung ist demnach für beide Arten von Elektrofahrzeugen im Mittel 30 Prozent teurer als im Vorjahr, während die Policen für Benziner und Diesel im Preis um 25 Prozent gestiegen sind.

Nach Zahlen des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vom Juli kostet die Reparatur eines Elektroauto-Schadens im Schnitt ein Viertel mehr als bei einem vergleichbaren Verbrenner. Gleichzeitig sind Elektroautos jedoch weniger reparaturanfällig, oder deren Fahrer vorsichtiger: E-Autobesitzer melden demnach durchschnittlich 20 Prozent weniger Schäden als die Halter von Benzin- und Dieselautos. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflicht, die nur die Schäden an fremden Autos und sonstigem Eigentum deckt, gibt es laut GDV nur geringfügige Preisunterschiede.

Versicherer können Risiken bei Elektroautos mittlerweile besser berechnen „Die höheren Kosten und die präzisere Risikoeinschätzung spiegeln sich nun in den Versicherungstarifen wider“, sagte Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Die höheren Durchschnittskosten bedeuten laut Verivox aber nicht, dass auch jeder einzelne Verbrenner günstiger in der Versicherung wäre.

In den Modellrechnungen waren laut Verivox abgesehen vom Fahrzeug die Rahmenbedingungen identisch: Als Fahrer wurde ein 40-jähriger Einwohner der westfälischen Stadt Münster mit einer jährlichen Fahrleistung von 13.000 Kilometern und der Schadenfreiheitsklasse 10 zu Grunde gelegt. Verivox vertreibt als Online-Makler über sein Portal Versicherungsverträge, die Auswertung umfasste rund 400 Tarifangebote von über 70 Versicherern.

Angleichung der Anschaffungskosten

Während sich die Preise für die Versicherungspolicen auseinander entwickeln, verringert sich der Preisabstand zwischen Elektroautos und vergleichbaren Verbrennermodellen. Laut der regelmäßig veröffentlichten Neuwagen-Marktstudie des privaten Center Automotive Research (Car) ist der Preisunterschied im November verglichen mit Oktober um rund 1.100 Euro geschrumpft. Im Schnitt müssen Neuwagenkäufer für ein vollelektrisches Batterie-Fahrzeug noch jeweils 5.583 Euro mehr hinlegen als für einen Verbrenner.

Berücksichtigt wurden dafür die sogenannten Transaktionspreise, also die Listenpreise abzüglich offen beworbener Rabatte. Untersuchungsgegenstand waren die 20 Top-Modellen auf dem deutschen Markt.

Die von der Branche geforderte Verschiebung der Regulierung würde den Absatz von E-Fahrzeugen bremsen, warnt der Auto-Experte. Für die kommenden Monate erwartet Car auf dem deutschen Markt einen leicht steigenden Elektro-Anteil; im Oktober habe er bei 15,3 Prozent gelegen. Weiterhin wirke aber das abrupte Ende der staatlichen Umweltprämie für den Kauf von E-Autos vom Jahresbeginn nach.

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