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Volvo startet Online-Vertrieb

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Die Schweden läuten eine digitale Marketing-Ära ein, dazu zählt auch ein neuer virtueller Vertriebskanal. Messeauftritte fährt Volvo drastisch zurück – auch die IAA bekommt das schmerzlich zu spüren.

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Volvo setzt im Marketing und Vertrieb verstärkt auf das Internet.
Volvo setzt im Marketing und Vertrieb verstärkt auf das Internet.
(Foto: Volvo)

Im Rahmen seiner neuen weltweiten Marketingstrategie will der schwedische Hersteller seine Neuwagen künftig auch über einen Online-Vertriebskanal vermarkten. Einen ersten Testlauf für den Onlinevertrieb hatte der Hersteller bereits im vergangenen September mit der „XC90-First-Edition“ unternommen: Das auf 1.927 Einheiten limitierte, 90.200 Euro teure Sondermodell konnte ausschließlich über die Webseiten der verschiedenen Ländergesellschaften online reserviert werden. Bereits nach knapp zwei Tagen war sie ausverkauft. Weitere konkrete Projekte in diesem Bereich sind allerdings laut Deutschland-Geschäftsführer Thomas Bauch aktuell nicht in Planung.

Man wolle durch den Einstieg in den Onlinevertrieb die Händler nicht ersetzen, sondern vielmehr stärken, heißt es seitens Volvo Car Germany: Der Kauf, die Auslieferung und die Fahrzeugwartung würden weiterhin bei den Händlern erfolgen. Während sich Volvo in vielen Ländern im Rahmen der neuen Händlerverträge ein Recht auf den Direktvertrieb eingeräumt hat, ist im Side-Letter der unbefristeten Verträge der deutschen Volvo-Händler festgehalten, dass der schwedische Hersteller den Vertrieb und Service ausschließlich über sein Händlernetzwerk abwickeln darf.

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Neue Wege beschreitet der Hersteller im Zuge seiner Marketingstrategie auch bei der virtuellen Fahrzeugkonfiguration: Den Kunden, die künftig auf der Webseite ein Fahrzeug zusammenstellen, schlägt der Hersteller gleich ein vorausgestattetes Fahrzeug vor, das sie dann individualisieren können, indem sie Optionen zu- oder abwählen. Ist die Konfiguration abgeschlossen, erhalten sie ein kurzes Video, um das Fahrzeug auch in Bewegung sehen zu können.

Deutlich umschichten wird Volvo bereits ab 2015 sein Marketingbudget – weg von den Automobilmessen und dem Sponsoring hin zu mehr Werbung in ausgewählten Medienkanälen und einer professionelleren Onlinepräsenz.

Bereits im kommenden Jahr wird Volvo nicht mehr auf der IAA präsent sein. Die einzige europäische Messe, auf die der schwedische Hersteller künftig in Europa setzt, ist der Genfer Automobilsalon. Weltweit beschränkt Volvo seine Messepräsenz auf zwei weitere Messen in den USA und China: die Detroit-Motor-Show sowie im jährlichen Wechsel die Shanghai- beziehungsweise Peking-Motor-Show.

Sponsoring wird massiv zurückgefahren

Seine Marke und seine neuen Produkte präsentiert Volvo künftig der Presse sowie ausgewählten Kunden im Rahmen eines jährlichen „Erlebnistages“. „Weitgehend zurückfahren“ will Volvo auch seine unterschiedlichen Sponsoring-Aktivitäten. Einzig das Engagement beim Volvo Ocean Race will der Hersteller nicht nur beibehalten, sondern sogar ausbauen.

„Das Marketing in der Automobilindustrie ist im Vergleich zu vielen anderen Branchen konservativer ausgerichtet. Seit Jahrzehnten folgt es einem bestimmten Muster, das alle Hersteller aufgreifen. Volvo bricht nun mit dieser Logik und setzt auf eine Strategie, die auf die eigenen Bedürfnisse und Ziele ausgerichtet ist“, erläutert Volvos Marketing- und Vertriebschef Alain Visser in der Pressemitteilung.

Persönliche Serviceberater für Kunden

Eine wichtige Rolle soll im Rahmen der neuen Marketingstrategie auch der Handel spielen: So setzt Volvo unter anderem auf einen weltweit einheitlichen Auftritt der Autohäuser. Von außen sollen die Betriebe kühl und markant wirken, innen sollen die Kunden warm und freundlich empfangen werden.

Alle Mitarbeiter in den Autohäusern durchlaufen ein Trainingsprogramm, das sie mit den neuen Standards und Serviceprozessen vertraut macht. Zudem soll es künftig europaweit eine einheitliche Arbeitsbekleidung für alle Autohausmitarbeiter geben.

Zudem soll es neue Serviceangebote geben. Ziel ist es, jedem Kunden einen persönlichen Serviceberater zuzuteilen, der ihn über die gesamte Haltezeit seines Fahrzeugs betreut und berät – von der Fahrzeugübergabe bis zum Wiederverkauf. Bis 2018 sollen alle Volvo-Händler weltweit dieses Konzept umgesetzt haben. Die Testphase ist bereits in verschiedenen Ländern angelaufen.

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