VW Golf GTD: Saubere Diesel-Rakete

Autor / Redakteur: Christian Bartsch / Jan Rosenow

Mit dem sportlichen GTD führt VW den mit 184 PS derzeit leistungsstärksten Vierzylinder-Diesel seines Modellprogramms ein. Der Ölbrenner ist bereits Euro-6-zertifiziert.

Firmen zum Thema

Sportlich, sportlich: der neue Golf GTD.
Sportlich, sportlich: der neue Golf GTD.
(Foto: Bartsch)

Mit dem brandneuen Golf GTD führt VW gegenwärtig die jüngste Modellergänzung auf dem Markt ein und stellt den mit 135 kW/184 PS leistungsstärksten Vierzylinder-Diesel seiner Geschichte vor. Für einen Einstiegspreis von 29.350 Euro erhält der Käufer ein sorgfältig entwickeltes Auto für eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h und eine Beschleunigung aus dem Stand von 7,5 Sekunden bis 100 km/h. Als erster Motor der MQB-Baureihe ist der GTD für die Abgasgrenzwerte der Euro-6-Norm ausgelegt. Den Durchschnittsverbrauch gibt das Werk mit 4,2 Litern auf 100 Kilometern an (mit Sechsgang-Schaltgetriebe).

Zunächst ein ganz dickes Lob für die Fahrwerkentwickler. Ihnen gelang es, Radführung und Federung so auszulegen, dass viele Oberklassevehikel sich dahinter verstecken müssen. Auch der Motor verdient das gleiche Lob. Er lässt sich mit niedriger Drehzahl etwa im Stadtverkehr mühelos bewegen wie ein sanftes Kätzchen und reagiert spontan auf den Befehl des Gaspedals. Das ist kein Rennpferd, sondern ein Alltagsauto, mit dem man bei Bedarf schnell unterwegs sein kann. Auch dann bleibt der Verbrauch in vernünftigen Grenzen, wie eigene Versuche ergaben.

Bildergalerie

Zylinderblock aus Gusseisen

Es ist nicht allgemein bekannt, dass die baugleichen Diesel mit 1,6 und 2 Liter Hubraum völlig neu konstruiert wurden und mit ungewöhnlichen Lösungen aufwarten. Darum hier ein Blick in die motorischen Eingeweide. Beim diesjährigen Wiener Motorensymposium im April berichtete Jörn Kahrstedt, Leiter der Dieselentwicklung bei VW, sehr detailliert über die neuen TDI. Das Grundprinzip der Motoren mit 1,6 und 2 Litern Hubraum und unterschiedlichen Leistungen für die Abgasgrenzwerte der Euro 5 war so ausgelegt, dass durch Erweiterung der Ausstattung auch die Euro 6 unterboten wird.

Der Grundmotor ist der erste aus dem neuen Mobilbaukasten sowohl für Quer- (MQB) als auch für Längseinbau (MLB), der in allen Konzernmodellen angeboten wird. Er hat immer einen Zylinderblock aus Gusseisen und kann sowohl mit als auch ohne Ausgleichswellen geliefert werden, die rechts und links neben den Zylindern über der Kurbelwelle angeordnet sind. In Wien wurden zunächst die beiden Zweiliter mit 110 kW/150 PS sowie mit 135 kW/184 PS vorgestellt. Im nächsten Jahr kommt ein doppelt aufgeladener Zweiliter aus dem gleichen Grundmotor hinzu. Mit ihm wird VW zeigen, dass auch in Wolfsburg Hochleistungsdiesel entwickelt werden können.

Ventilsterne sind um 90 Grad verdreht

Zwar haben die neuen VW-Motoren zwei durch Zahnriemen angetriebene Nockenwellen im Zylinderkopf und vier Ventile pro Zylinder, doch sind die Ventilsterne um 90 Grad gedreht. Dadurch betätigt jede Nockenwelle im Wechsel ein Einlass- und ein Auslassventil. Für die Euro 6 erhält eine der Nockenwellen einen Stellmotor, der sie um jeweils 25 Grad von der Mittellage aus nach rechts und links verdrehen und die Verdichtung von 16,5:1 bis auf etwa 14:1 absenken kann.

Die hohe Verdichtung wird für Kaltstart und Warmlauf benötigt. Ist der Motor warm, wird die Verdichtung bei Fahrten mit Teillast abgesenkt. Damit erreicht man eine Reduzierung der Schadstoffproduktion zwischen 30 und 40 Prozent.

(ID:42245267)