VW-Händlerverband: Bisher keine Einigung zu Verträgen

Von Dr. Martin Achter Autor Name

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Der Hersteller spricht von wesentlichen Fortschritten – die VW- und Audi-Händlerschaft dementiert: Die Verhandlungen zu den neuen Händlerverträgen stünden erst ganz am Anfang. Der Händlerverband bekräftigte, die von Volkswagen jetzt vorgelegten Vertragsentwürfe seien abzulehnen.

VAPV-Chef Dirk Weddigen von Knapp widerspricht VW.(Bild:  Oliver Krato / VAPV)
VAPV-Chef Dirk Weddigen von Knapp widerspricht VW.
(Bild: Oliver Krato / VAPV)

Der Volkswagen- und Audi-Partnerverband (VAPV) hat in den laufenden Verhandlungen um neue Händlerverträge Aussagen des Herstellerkonzerns über eine Einigung in wesentlichen Punkten dementiert. Der VAPV-Vorsitzende Dirk Weddigen von Knapp erklärte am Freitag in Hannover, er habe in einer Verhandlungsrunde zu Wochenbeginn zwar den Eindruck gewonnen, dass die Händlerschaft sowie die Marken VW und Audi gleichermaßen bereit seien, „die vielen Steine aus dem Weg zu räumen“, die eine Übereinkunft derzeit noch verhinderten, Jedoch habe es noch keine Einigung zu einzelnen Aspekten der neuen Vertriebs- und Serviceverträge gegeben. „Das ist nicht der Fall“, betonte der VAPV-Chef.

Weddigen von Knapp bekräftigte in einer Pressemitteilung, der Verband lehne die neuen Vertriebs- und Serviceverträge in der vorliegenden Fassung ab. Die darin vorgesehenen Regelungen spiegelten momentan vor allem die Interessen des Herstellerkonzerns wider: „Wir müssen eine einvernehmliche Lösung finden, wie dieser Vertrag im Sinne der VW- und Audi-Partner geändert werden kann und damit für das neue Geschäftsmodell zukunftsfähig ist.“ Zwar seien die Verhandlungen „auf einem guten Weg“, stünden aber „noch ganz am Anfang“.

Volkswagen-Verhandlungsführer Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing Deutschland der Marke Volkswagen, hatte am Donnerstag in einer Pressemitteilung erklärt, bei einer Verhandlungsrunde mit dem VAPV am Montag und Dienstag in München seien „in wesentlichen Punkten Fortschritte erzielt“ worden. Volkswagen will zum Stichtag 31. März 2020 die bestehenden Händler- und Serviceverträge aus dem Jahr 2003 kündigen. Der Konzern begründet dies mit den anstehenden Marktveränderungen durch Digitalisierung, Elektromobilität und autonomes Fahren, denen die bisherigen Verträge aus seiner Sicht nicht angemessen Rechnung tragen.

Laut Volkswagen haben die nationalen Partnerverbände in Länder mit VW- und Audi-Vertriebsnetzen die Entwürfe der neuen Verträge Ende 2017 übermittelt bekommen. Erste Verhandlungen mit den Interessenvertretern des Handels gab es demnach Anfang Januar.

Kritik an zahlreichen Punkten

Am Donnerstag hatte der VAPV die Händlerschaft auf einer Tagung in Hannover über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit dem Volkswagen-Konzern informiert. Auf der Tagung hatte sich die Händlerschaft Teilnehmern zufolge geschlossen dagegen ausgesprochen, die Vertriebs- und Serviceverträge nach derzeitigem Verhandlungsstand zu unterschreiben. Stattdessen erteilten die 850 anwesenden Vertreter von Handels- und Servicebetrieben dem Verband das Mandat für weitere Verhandlungen.

Auf der Händlertagung wurden Teilnehmern zufolge die bisherigen Vertragsentwürfe vor allem in folgenden Punkten kritisiert:

  • Unübersichtlichkeit des Vertragswerks und Umfang von mehreren hundert Seiten (inklusive Anhänge),
  • Einseitigkeit der vorgesehenen Regelungen zugunsten des Herstellerkonzerns,
  • unzureichende Berücksichtigung von Themen wie Effizienzsteigerung und neue Geschäftsmodelle,
  • keine Kompensation für verpflichtende Übermittlung von Kundendaten der Händler in einen gemeinsamen Datenpool,
  • künftiger Online-Direktvertrieb ohne Beteiligung des Handels.

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