Neben dem elektrischen Antrieb bedienen die Niedersachsen mit dem ID Buzz allerdings noch einen zweiten Trend: Denn zumindest in der Theorie braucht der Bulli von Übermorgen keinen Fahrer mehr, sondern hat sämtliche Technik für das autonome Fahren an Bord. Deshalb muss man nur lange genug auf das VW Logo drücken oder den Sitz etwas drehen, dann verschwindet das Lenkrad und der Autopilot übernimmt das Kommando. In der Vision der Techniker kann man sich dann auch während der Fahrt nach hinten drehen, die Beine übereinanderschlagen und sich seinen Mitfahrern zuwenden.
Während der Testfahrt dagegen reicht es schon, wenn man einfach nur rausschaut und die Reaktionen der anderen Verkehrsteilnehmer beobachtet. Denn wo der ID Buzz auftaucht, bleiben selbst die Fahrer von Supersportwagen stehen und zücken die Handys und der gereckte Daumen wird zum Standard-Gruß. „Es gibt kaum ein VW-Modell, in dem einem so viel Sympathie entgegenschlägt und dass so eine Ikone ist wie der Bulli“, sagt Diess. Nach einem halben Dutzend gescheiterten Anläufen hat VW diesen Reiz jetzt offenbar endlich auch ins Hier und Heute übertragen.
Deshalb soll es auch nicht bei dem einen ID Buzz bleiben. Nachdem alle bisherigen Bulli-Studien entweder am Design, an der Technik, an den Kosten oder an der Kombination dieser Faktoren gescheitert sind, hat Diess dem Retro-Bus mit Zukunftstechnik jetzt grünes Licht gegeben und eine Serienfertigung angekündigt: „Der Buzz wird eines von mindestens fünf elektrischen ID-Modellen bei Volkswagen.“
Liefervariante in Aussicht gestellt
VW stellt gleich auch noch eine Cargo-Variante für den lautlosen Lieferverkehr in Aussicht. Dass es erst den konventionellen ID im Golf-Format sowie den ID Cross als SUV-Modell geben wird, und der ID Buzz nicht vor 2022 kommt, ist zwar schade. Aber nach so einer langen Wartezeit kommt es auf die paar Jahre auch nicht mehr an.
Während die VW-Mannen ihr millionenschweres Einzelstück nach den Testfahrten bereit machen für den großen Auftritt beim Concours selbst, werden in den riesigen Zelten rund um die berühmte Lodge im Accord die Oldtimer versteigert. Und wenn es noch eines weiteren Beweises für die Beliebtheit des Bullis bräuchte, würde man ihn dort finden. Denn gut erhaltene Exemplare aus den ersten Jahren wechseln zum Teil für deutlich mehr als 100.000 Euro den Besitzer.
Das ist allerdings eine der wenigen Bulli-Eigenschaften, die VW besser nicht in die Zukunft retten sollte. Ganz so teuer jedenfalls darf der ID Buzz nicht werden, wenn er tatsächlich nicht nur Sympathieträger, sondern auch Erfolgsmodell sein will. Selbst wenn VW-Chef Diess sich damit dann bei der Fahrt nach Pebble Beach in fünf Jahren wieder ein bisschen fremd fühlen dürfte.
(ID:44846035)