Wolfsburg steht beträchtlich unter Druck – vor allem in China läuft es überhaupt nicht gut. Deshalb dämpft der Konzernchef jetzt die Erwartungen an das Jahresabsatzvolumen.
(Bild: Rehberg – VCG)
Der Volkswagen-Konzern hat angesichts des mauen Wirtschaftsumfelds seine Verkaufsziele für das Gesamtjahr gestutzt. Beim Finanzausblick will das Management um Chef Oliver Blume aber keine Abstriche machen, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Wolfsburger haben im zweiten Quartal trotz Gegenwinds von Rohstoffsicherungsgeschäften und Belastungen durch den Russland-Ausstieg die Gewinne im Tagesgeschäft ausbauen können. Im zweiten Halbjahr müssen die Massenmarken des Konzerns rund um die Kernmarke VW Pkw aber zulegen.
Die Volkswagen-Vorzugsaktie fiel am Nachmittag am Dax-Ende um 3,1 Prozent auf 119,66 Euro. Das Papier hat schon seit längerem einen schwachen Lauf: Im Frühjahr 2022 war die Aktie noch um die 190 Euro wert, im Frühjahr 2021 sogar an die 250 Euro. Selbst der erfolgreiche Teilbörsengang der Sportwagentochter Porsche AG konnte keinen Aufschwung verleihen.
Der Finanzmittelzufluss (Cashflow) im Konzern sei im Quartal schwach ausgefallen, schrieb Analyst Jose Asumendi von der US-Großbank JP Morgan. Wenn Einmaleffekte herausgerechnet würden, untermauere das operative Ergebnis jedoch die Profitabilitätsziele des Konzerns für das Gesamtjahr.
Kein Vertrauen in die Nachfrage
Nach dem ersten halben Jahr kappte der Konzern angesichts der mauen Wirtschaftslage seine Ziele für die Auslieferungen. So sollen 2023 nun zwischen 9 und 9,5 Millionen Fahrzeuge an die Kunden gehen. Die Wolfsburger waren bisher von rund 9,5 Millionen Stück ausgegangen, nach 8,3 Millionen im Vorjahr. Fachleute hatten ohnehin Zweifel, ob VW das Ziel noch schaffen kann. Im ersten Halbjahr hat der Konzern weltweit 4,4 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, ein Plus von knapp 13 Prozent.
Blume versuchte in einer Telefonkonferenz, Sorgen um die Auftragslage in Westeuropa zu zerstreuen. Derzeit liege der Auftragsbestand hier weiter bei 1,65 Millionen Fahrzeugen, davon mehr als 200.000 BEVs. Auch wenn wegen gekürzter Förderungen im europäischen Geschäft eine Abkühlung bei der Elektronachfrage zu verspüren gewesen sei, habe der Konzern seit Mai wieder eine gewisse Belebung bei den Bestellungen erfahren – konkreter wurde Blume nicht. Die Drosselung der E-Produktion etwa in Emden folge der Nachfrage, VW wolle schließlich nicht mehr auf Halde produzieren.
Insgesamt sieht der Manager den Konzern auf gutem Weg. „Die Absatzzahlen in Nordamerika ziehen an, in China festigen wir unsere Position durch technologische Partnerschaften und zusätzlich geht der Trend bei unseren vollelektrischen Fahrzeugen in die richtige Richtung“, sagte er.
Beim Jahresumsatz bleibe VW ohnehin voll auf Kurs, das gesteckte Ziel von 10 bis 15 Prozent Plus und damit 307 bis 321 Milliarden Euro Erlös zu erreichen, hieß es. Auch die Prognose für die operative Gewinnmarge bleibt unangetastet, auch weil das Spar- und Ergebnisprogramm bei den Massenmarken im zweiten Halbjahr Wirkung zeigen soll.
Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte VW einen Umsatzanstieg von gut 15 Prozent auf 80,1 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern fiel wegen höherer Steuern um gut 3 Prozent auf 3,79 Milliarden Euro.
Teurer Russland-Rückzug
Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis stieg zwar um fast 19 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro, lag damit aber unter der Durchschnittsschätzung von Experten. Wie im ersten Quartal belastete die Bewertung von Rohstoffsicherungsgeschäften, diesmal fielen dafür 1,2 Milliarden Euro an. Der Ausstieg aus dem Russlandgeschäft kostete noch einmal 0,4 Milliarden Euro. VW hat für den Verkauf der russischen Tochtergesellschaften nur einen Verkaufspreis von 125 Millionen Euro erzielt. Der Konzern hatte bereits vor einem Jahr infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine viel auf die russischen Geschäfte abschreiben müssen.
Vor allem das schwächelnde Chinageschäft bei Elektroautos macht den Managern derzeit Sorgen. Um wieder an Schwung zu gewinnen, verkündete VW am Vortag den Einstieg beim chinesischen Elektroautobauer Xpeng mit knapp 5 Prozent der Anteile für 700 Millionen US-Dollar (umgerechnet circa 632 Mio Euro). Mit den Chinesen zusammen will VW zwei Elektro-Mittelklassemodelle entwickeln, die ab 2026 auf den chinesischen Markt kommen sollen.
Stand: 08.12.2025
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Zwar will VW laut Blume die teuer entwickelten eigenen Elektro-Plattformen weiter nutzen – für die beiden neuen Modelle mit Xpeng komme aber deren Plattform G9 zum Zuge, bestätigte er. Perspektivisch soll die Marke VW in China mit Xpeng und auch Audi mit seinem lokalen Partner SAIC zudem neue Elektro- und Softwareplattformen für die Zukunft auf die Beine stellen. In der Zwischenzeit solle auch die eigene MEB-Elektroplattform in China wettbewerbsfähiger werden, sagte Finanzchef Arno Antlitz. Dazu hatte VW bereits ein neues Entwicklungszentrum und weitere Investitionen angekündigt.
In diesem Jahr hat der Konzern vor allem wegen mauer Verkäufe von Elektroautos seine jahrzehntelange Marktführerschaft im Land an den Elektroautohersteller BYD abgeben müssen, auch weil die Konkurrenz im weltgrößten Automarkt mit starken Rabatten nachhilft und VW auf diese möglichst verzichten will. Das anteilige operative Ergebnis der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen fiel im ersten Halbjahr um fast 18 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro.
VW gestehe mit dem China-Deal teilweise eine Niederlage ein, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Tim Rokossa. Technologie von anderen Herstellern einzukaufen, sei sehr untypisch für VW. Er beurteilte den Schritt aber positiv, denn Blume habe damit die Bereitschaft unterstrichen, wirklich Partnerschaften einzugehen und Geld zu sparen.
Bei den Massenmarken (VW Pkw, Seat/Cupra, Skoda, VW Nutzfahrzeuge) sollen im zweiten Halbjahr die anvisierten Sparprogramme greifen. Zwar besserte sich das Bild gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum im ersten Halbjahr deutlich. Doch die Kernmarke VW Pkw erzielte in den ersten sechs Monaten eine operative Umsatzrendite von lediglich 3,8 Prozent.