Vertrieb VW Nutzfahrzeuge legt Agentur auf Eis

Von Dr. Martin Achter 2 min Lesedauer

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Nach Skoda stellt eine weitere Volkswagenmarke die Einführung des unechten Agenturmodells für E-Fahrzeuge zurück: VW Nutzfahrzeuge verschiebt den Start „auf unbestimmte Zeit“. Zu den Gründen äußert sich die Marke vage.

Volkswagen Nutzfahrzeuge verschiebt den Start seines unechten Agenturmodells für Elektrofahrzeuge auf unbestimmte Zeit. Das einzige aktuell verfügbare E-Modell ist der ID Buzz.(Bild:  Henning Scheffen/Volkswagen AG)
Volkswagen Nutzfahrzeuge verschiebt den Start seines unechten Agenturmodells für Elektrofahrzeuge auf unbestimmte Zeit. Das einzige aktuell verfügbare E-Modell ist der ID Buzz.
(Bild: Henning Scheffen/Volkswagen AG)

Mit Volkswagen Nutzfahrzeuge verschiebt ein weiteres Fabrikat aus dem VW-Konzern die Einführung der unechten Agentur für Elektrofahrzeuge. Der Start des Agenturvertriebs in Deutschland werde sich „aufgrund operativer Herausforderungen“ verzögern, teilte der Hersteller auf Anfrage von »kfz-betrieb« mit. Ein neuer Termin werde „zu gegebener Zeit“ bekannt gegeben.

Die Agentur für die batterieelektrischen Fahrzeuge sollte eigentlich im Oktober eingeführt werden. Stattdessen verkauft die Marke nach eigenen Angaben sämtliche Nutzfahrzeugmodelle jetzt „vorerst“ weiter „im Eigenhandel“, das heißt: im klassischen Händlervertriebsmodell. Händler und Händlerverband seien über diese Entscheidung informiert worden. Das Großkundengeschäft dagegen laufe weiter wie bisher im Agenturmodell.

Händler sind jetzt gehalten, eine Vereinbarung zur Terminverschiebung zu unterzeichnen. Das entsprechende Formular liegt »kfz-betrieb« vor. In dem Anschreiben zu dem Formular erklärte Volkswagen, dass durch die Verschiebung „aufgrund verschiedener marken- und marktspezifischer Umstände“ die bisherigen Händlerverträge in Kraft blieben: „Der mit Ihrem Haus bestehende Händlervertrag Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge behält somit unverändert seine Gültigkeit.“

In der Erklärung selbst, die Händler jetzt unterzeichnen sollen, heißt es: Die Einführung des unechten Agenturmodells für batterieelektrische Nutzfahrzeuge verschiebe der Hersteller „auf unbestimmte Zeit“. Insofern trete auch der Agenturvertrag, sofern zwischen Hersteller und Händler bereits abgeschlossen, „auf unbestimmte Zeit nicht in Kraft“. Gleiches gelte für die Ergänzungsvereinbarung zum Händlervertrag, mit der die E-Fahrzeuge aus dem klassischen Händlergeschäft herausgenommen werden.

Stattdessen gehörten E-Nutzfahrzeuge „unverändert zu den Vertragsprodukten des Händlervertrags“. Diese könnten Händler weiterhin „zu den bereits vereinbarten Konditionen (...) im Eigenhandelsgeschäft gemäß dem Händlervertrag Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge“ verkaufen. Der E-Bulli ID Buzz ist derzeit das einzige E-Modell von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Für dieses blieben jetzt die Marge und der maximal erreichbare Bonus unverändert.

Der ID Buzz war im Herbst 2022 eingeführt worden. Volkswagen Nutzfahrzeuge hatte die Vermarktung des E-Modells im klassischen Händlervertrieb aufgenommen, obwohl damals schon Gespräche über den Agenturvertrieb liefen. Eine Einigung wurde demnach bis heute nicht erzielt.

Jetzt hat der Konzern wohl aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation das Vorhaben auf Eis gelegt. Erst in dieser Woche hatte Skoda die Einführung des Agenturmodells für batterieelektrische Fahrzeuge verschoben und organisatorische Hemmnisse angedeutet. Bei der Konzernmarke Audi hingegen erfolgte die Einführung der Agentur in diesem Frühjahr.

Bei der Kernmarke Volkswagen Pkw gibt es die Agentur schon seit 2020. Auch bei Cupra ist das Modell schon seit 2022 in Kraft. Noch im Mai hatte der Volkswagen-Konzern bekannt gegeben, das unechte Agenturmodell für batterieelektrische Fahrzeuge bei seinen Volumenmarken mittelfristig auch auf das Geschäft mit Verbrennermodellen auszuweiten. Offensichtlich stellt der Konzern seine Vertriebspolitik aktuell auf den Prüfstand.

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