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VW T-Cross: Erster Ausblick auf neue Verkaufsexperimente

| Autor: Christoph Seyerlein

VW will künftig zunehmend mit Kunden direkt in Kontakt treten – ohne den Handel als Zwischenstation. Einen ersten Fingerzeig, wo die Reise hingehen könnte, gibt es beim kommenden SUV T-Cross. Die nächste Stufe folgt dann im Frühjahr 2019.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Volkswagen will sich beim Autoverkauf in Zukunft an neuen Formaten ausprobieren. Einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt der Hersteller mit seinem nächsten neuen Modell, dem VW T-Cross: Kunden konnten online ihr Glück versuchen, ein Modell der sogenannten „First Edition“ zu ergattern, die noch vor dem offiziellen Marktstart übergeben werden soll.

Wer sich eines der auf 200 Stück limitierten Sondermodelle bei einem „exklusiven Auslieferungs-Event“ am 12. und 13. April 2019 in der Autostadt in Wolfsburg abholen kann, entscheidet das Los. Zur Verfügung stehen laut VW 150 T-Cross Style mit Schaltgetriebe (1,0 Liter 85 kW/115 PS, 27.575 Euro) und 50 T-Cross Style mit DSG-Getriebe (1,0 Liter 85 kW/115 PS, 29.150 Euro).

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Derartige Aktionen sind im Automobilvertrieb nicht komplett neu, bei VW hat man sie bislang aber noch nicht gesehen. Mit ein wenig Fantasie kann man das auch als kleine Vorschau darauf betrachten, was Volkswagen künftig im Verkauf vor hat. Die nächste Stufe künftiger Experimente wird der Hersteller rund um das Elektroauto I.D. Neo zünden. Im Frühjahr 2019 sollen sich Interessenten dann direkt beim Hersteller registrieren können, wenn sie eines der Autos haben wollen. Ähnliches kennt man bereits von Tesla oder auch der VW-Tochter Audi, die das bei ihrem ersten Elektroauto E-Tron praktiziert hat.

Laut VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann geht es dem Hersteller um nicht weniger als eine „Neugestaltung des Autokaufs“. Kunden sollen künftig schon lange vor dem Marktstart ihrem Auto entgegenfiebern können. „Wir stellen unsere Autos nicht mehr in den Händlerschauraum und schauen dann, was passiert. Unsere Kunden sollen die letzte Phase vor dem Marktstart begleiten können“, hatte Stackmann vergangene Woche mit Blick auf den I.D. Neo gesagt.

Mit Siebenmeilenstiefeln zum Direktvertrieb?

Im VW-Handel sieht man das nicht uneingeschränkt positiv. Zwar verspricht der Hersteller, dass Händler bei sämtlichen Aktionen nicht ausgeschlossen werden. So sollen Kunden, die ihr Auto direkt bei VW reservieren, ihren präferierten Händler angeben. Der wird sich dann in der Folge auch um alles Weitere wie die Auslieferung kümmern. Ein Händler sagte im Gespräch mit »kfz-betrieb« dazu: „Das muss uns der Hersteller dann aber auch angemessen vergüten.“

Er selbst betrachte derartige Versuche ganz klar als gezielte Schritte von VW auf dem Weg zum Direktvertrieb. Die Möglichkeit, direkt mit Kunden in Kontakt zu treten, hat sich der Hersteller mit den neuen Händlerverträgen, die im April 2020 in Kraft treten, jedenfalls explizit geöffnet. Ein Punkt, dem der Handel mit Sorgen entgegenblickt, auch wenn Volkswagen stets betont, gemeinsam mit seinen Partnern in die Zukunft gehen zu wollen („We act as one“).

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