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Wellergruppe will Neuwagen künftig digital verkaufen

| Autor: Wolfgang Michel

Für Burkhard Weller wird der Neuwagenverkauf perspektivisch einen ähnlichen Verlauf nehmen wie das Gebrauchtwagengeschäft. Darauf bereitet sich seine Autohausgruppe vor.

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Burkhard Weller will den Neuwagenverkauf für die Kunden der Wellergruppe vollständig digitalisieren.
Burkhard Weller will den Neuwagenverkauf für die Kunden der Wellergruppe vollständig digitalisieren.
(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Auf die Frage, wie viele Neuwagen die Wellergruppe 2018 über das Internet verkauft hat, antwortet Burkhard Weller kurz und knapp: „Einzelstücke“. Der Chef der Wellergruppe zieht im Gespräch mit »kfz-betrieb« eine Parallele zum Gebrauchtwagengeschäft im Jahr 2000. „Damals haben wir auch nur wenige Gebrauchtwagen über das Internet vermarktet. Doch bereits 2009 hatten wir bei den Gebrauchtwagen eine Geschäftsanbahnungsquote über das Internet von rund 50 Prozent.“

Heute liege diese Quote innerhalb der Wellergruppe bei knapp 90 Prozent. „Der Neuwagenverkauf wird perspektivisch einen ähnlichen Verlauf nehmen. Darauf bereiten wir uns vor“, sagt Weller. Dazu hat das Unternehmen eine Arbeitsgruppe in der Berliner Zentrale eingerichtet. Die Aufgabenstellung für die vier jungen Mitarbeiter beschreibt Weller wie folgt: „Ich möchte ein neues Auto vom Sofa aus online konfigurieren, bestellen, finanzieren, leasen, zulassen und ausgeliefert bekommen, ohne dabei einmal zum Telefonhörer greifen zu müssen, ich will auch nicht ins Autohaus fahren.“ Ziel von Burkhard Weller ist es, dass die Wellergruppe in den nächsten fünf bis acht Jahren zwischen 20 und 25 Prozent ihrer Neuwagen online verkauft.

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Aber nicht nur der digitale Neuwagenverkauf steht im Strategiepapier der Wellergruppe. Umdenken ist auch in Sachen stationäre Präsenz angesagt: „Die riesigen Ausstellungsräume, die wir in den letzten Jahrzehnten gebaut haben, stehen nicht für die Zukunft. Allein schon deswegen, weil das alles nicht mehr bezahlbar ist. Wir werden künftig kein Autohaus für zehn Millionen mehr bauen. Vor drei Jahren haben wir das noch getan. Künftig ist bei fünf Millionen Schluss. Es ist viel wichtiger, wieder in den Innenstädten präsent zu sein.“

Geld verdienen steht an erster Stelle

2019 feiert die Wellergruppe ihr 40-jähriges Bestehen. Laut Weller habe man nichts Großes geplant. Ziel sei es, das Unternehmen auch im Jubiläumsjahr insgesamt qualitativ weiterzuentwickeln. „Es sind wie so oft die vielen Kleinigkeiten, die uns am Ende in Summe spürbar voranbringen“, sagt der Unternehmenslenker. Und wie jedes Jahr gehe es auch 2019 darum mehr Geld als im Jahr zuvor zu verdienen. „Mal abgesehen vom Krisenjahr 2009 haben wir immer Geld verdient. Und wenn sich das Jahr so fortschreibt, wie das erste Quartal gestartet ist, dann werden wir ziemlich sicher das gute Jahr 2018 unter anderem beim Geldverdienen toppen“, sagt Weller.

Er selbst feiert in diesem Jahr seinen 65. Geburtstag. In den Ruhestand will Burkhard Weller aber nicht gehen: „Nein, das habe ich nicht vor. Ich bin Gott sei Dank gesund, und mir macht Automobilhandel nach wie vor riesigen Spaß. Sicherlich hat sich mein Arbeitsalltag in den vergangenen Jahren verändert, ich muss heute auch nicht mehr überall dabei sein. Schließlich haben wir ein professionelles Management und sehr gute Geschäftsführer.“

Das ausführliche Interview mit Burkhard Weller lesen Sie in Ausgabe 13 des »kfz-betrieb«, die am 29. März erscheint.

(ID:45776608)

Über den Autor

 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«