Hohe Spritpreise Wer Speiseöl tankt, schadet dem Motor

Aktualisiert am 27.09.2022 Von Doris S. Pfaff

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Tanken ist teurer denn je. Der Reflex der Verbraucher, nach Alternativen und Einsparmöglichkeiten zu suchen, ist daher hoch. Wer aber zu Sonnenblumenöl oder gar Heizöl greift, kann sich sogar strafbar machen.

Verbraucher sollten auf keinen Fall wegen der teuren Dieselpreise zu billigerem Speiseöl greifen. Das schade dem Motor, warnen Experten. (Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Verbraucher sollten auf keinen Fall wegen der teuren Dieselpreise zu billigerem Speiseöl greifen. Das schade dem Motor, warnen Experten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die Preise für Kraftstoffe an den Tankstellen erreichen neue Rekordwerte. Weil ein Liter Benzin oder Diesel weiterhin deutlich über zwei Euro kostet, wird die Forderung an die Politik, für Entlastung zu sorgen, immer stärker.

Die Suche nach Alternativen zeigt sich in den Lebensmittelläden: Speiseöl wie Sonnenblumen- oder Rapsöl wird knapp, auch, weil die Ukraine als wichtiger Hersteller ausfallen wird und die Menschen zu Hamsterkäufen neigen. Inzwischen haben große Discounter die Abgaben rationiert. Das auch deshalb, weil preiswertere Speiseöle als Ersatz für den teuren Diesel in den Tank gekippt werden.

Damit schade man allerdings dem Motor seines Fahrzeugs, warnt der ADAC. Denn der vertrage das Speiseöl nicht. Eine Freigabe für Sonnenblumenöl & Co. als Kraftstoff durch die Hersteller gebe es nicht. Das größte Problem sei der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Pflanzenöle führten zu Startschwierigkeiten und wirkten sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus, warnt der ADAC.

Laut ADAC-Angaben eignen sich Speiseöle nur für ältere Dieselfahrzeuge. Damit aber das zähflüssige Pflanzenöl überhaupt als Sprit genutzt werden könne, müsste es fließfähiger werden bzw. der Motor dafür umgerüstet werden. Die Kosten hierfür seien allerdings mit 1.500 bis 5.000 Euro (inkl. Einbau) zu veranschlagen, so der ADAC.

Wer glaubt, so Geld zu sparen, sollte sich im Klaren sein, dass Pflanzenöl als Kraftstoff dem Energiesteuergesetz unterlegt. Autofahrer, die Speiseöl in den Tank kippen, müssen das beim zuständigen Hauptzollamt versteuern. Sonst gilt es als Steuerhinterziehung.

Auch Heizöl scheint angesichts der explodierenden Diesel-Kraftstoffpreise für einige Verbraucher verführerisch zu sein. Aber auch hier warnt der ADAC: Es schade nicht nur dem Motor, sondern sei auch gesetzlich verboten.

Wenn alternative Kraftstoffe ausscheiden, bleibt dem Autofahrer momentan nur, den Verbrauch zu senken. Das Auto einfach stehen zu lassen, ist jedoch nicht für alle eine Option. Wer das Gaspedal weniger durchdrückt und vorausschauender fährt, kann laut ADAC immerhin bis zu 20 Prozent Verbrauch einsparen. Auch der Umstieg von E5-Kraftstoff auf E10 könne sich lohnen.

Eher unpopulär und für den Verbraucher wenig hilfreich dürfte ein Sonntagsfahrverbot für Autofahrer sein, um so den Kraftstoffverbrauch in Deutschland insgesamt zu senken. Diese Forderung verschiedener Akteure hatte das Kfz-Gewerbe heftig kritisiert.

Viele Verbraucher und auch Unternehmer hoffen deshalb auf eine Entlastung seitens der Politik. Unter anderem hatte das Kfz-Gewerbe appelliert, die Energiesteuer zu senken. Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte Rabatte an Tankstellen ins Spiel gebracht. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat angekündigt, generelle Entlastungen bei den Energiekosten auf den Weg bringen zu wollen. Das soll der Verbraucher auch beim Tanken spüren.

Bis diese Entlastungen kommen, bleibt dem Autofahrer nur, selbst an der Kostenschraube zu drehen.

Weitere Tipps zum Spritsparen bieten der ADAC, der Auto Club Europa (ACE) und bussgeldkatalog.org., die jeweils Ratgeber dazu erstellt haben.. So sei es unter anderem ratsam, den Kofferraum zu leeren, um Gewicht einzusparen, den Reifendruck zu optimieren sowie den Luft- und Ölfilter rechtzeitig auszutauschen.

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