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Wie weit kommt der E-Lkw?

| Autor / Redakteur: sp-x/dpa / Viktoria Hahn

Muss es ein Diesel sein, oder geht es auch elektrisch? Daimler baut ab sofort ein ganzheitliches Beratungsgeschäft für Logistikunternehmen auf. Außerdem soll eine neu entwickelte App Transportunternehmen bei der Wahl ihres nächsten Lkw helfen und den Elektro-Umstieg erleichtern.

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Daimler hat ein Analyse-Tool für E-Lkw-Interessenten aufgelegt.
Daimler hat ein Analyse-Tool für E-Lkw-Interessenten aufgelegt.
(Bild: Daimler)

Nach einem ähnlichen Projekt bei den E-Bussen baut Daimler nun auch bei seinen Elektro-Lastwagen ein komplettes Beratungsgeschäft für Logistikunternehmen auf. Es gehe dabei zum Beispiel um Routenanalysen und -optimierungen, Flottenmanagement und vor allem auch den Aufbau der nötigen Ladeinfrastruktur auf den Betriebshöfen, informierte die Leiterin der sogenannten E-Mobility Group bei Daimler Trucks & Buses, Gesa Reimelt. Das Ganze soll zunächst in Europa, Nordamerika und Japan angeboten werden.

Reimelt sieht vor allem die Ladeinfrastruktur als Herausforderung. „Die erste Frage, die man sich stellt, ist: Wie lade ich denn?“, stellte sie fest. Für den kostspieligen Aufbau dieser Infrastruktur auf den Betriebshöfen der Kunden werde staatliche Unterstützung notwendig sein. „Damit kann man den Logistikunternehmer nicht alleine lassen“, sagte Reimelt. „Man spricht von Ladeinfrastruktur und denkt an die Autobahn – und das ist ja auch richtig. Wir brauchen aber auch die Förderprogramme für die Depots.“

Neue App soll Umstieg erleichtern

Mit einer Analyse-App will die Nutzfahrzeugabteilung von Daimler künftig potentiellen E-Lkw-Nutzern weitere Hilfe bei der Orientierung bieten. Die kostenlose „E-Truck Ready“-Software für das Smartphone zeichnet die reale Fahrstrecke eines konventionellen Kundenfahrzeugs auf, erfasst dabei Geschwindigkeit, Beschleunigung sowie Höhenprofil und ermittelt, ob und welcher E-Lkw für den konkreten Einsatz geeignet wäre. Um möglichst genaue Ergebnisse zu ermitteln, können weitere Parameter wie Außentemperatur und Beladungszustand manuell eingegeben werden.

Die App soll Speditionen und Flottenmanagern helfen, die Möglichkeit eines Umstiegs auf E-Nutzfahrzeuge zu prüfen. Sein elektrisches Laster-Flaggschiff, den Mercedes-Benz E-Actros, will Daimler ab 2021 in Serie produzieren. Aktuell sind einige wenige Fahrzeuge bei Kunden in Deutschland und in der Schweiz im Testbetrieb. Vom E-Canter der Marke Fuso – einem Kleinlaster – sind derzeit gut 140 Exemplare rund um den Globus unterwegs. Zudem werden in den USA Elektro-Modelle der Marke Freightliner erprobt.

Neben den höheren Kosten gegenüber konventionellen Modellen spielen für den Einsatz im Straßengüterverkehr auch die geringeren Reichweiten eine Rolle. Der E-Actros etwa kommt aktuell pro Akkuladung rund 200 Kilometer weit.

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