Autogipfel im Bundeskanzleramt ZDK appelliert, E-Fahrzeuge langfristig zu fördern

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Im Vorfeld zum Mobilitätsgipfel im Kanzleramt meldet sich der ZDK mit Forderungen. Die Politik soll verlässliche Rahmenbedingungen zur Förderung der E-Mobilität schaffen und ihr Versprechen dazu einlösen, wie neue Verbrenner ab 2035 zugelassen werden können.

Der ZDK fordert von der Bundesregierung zum Mobilitätsgipfel nicht nur, ihm Gehör zu schenken, sondern auch, ihre Versprechen einzulösen und einen Vorschlag vorzulegen, wie neue Verbrenner auch ab 2035 zugelassen werden können, wenn sie klimaneutral angetrieben werden.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Der ZDK fordert von der Bundesregierung zum Mobilitätsgipfel nicht nur, ihm Gehör zu schenken, sondern auch, ihre Versprechen einzulösen und einen Vorschlag vorzulegen, wie neue Verbrenner auch ab 2035 zugelassen werden können, wenn sie klimaneutral angetrieben werden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Um bei der Verkehrswende auf die Tube zu drücken, lädt Bundeskanzler Olaf Scholz für den morgigen Dienstag (10. Januar) zu einer „Strategieplattform der Transformation der Automobil- und Mobilitätsbranche“ ins Bundeskanzleramt ein.

Auf der Tagungsordnung des Treffens stehen vor allem Klima- und Umweltschutzfragen sowie Mobilitätsangebote der Zukunft. Ein weiteres Thema soll die Stabilisierung der Lieferketten sein. Aus den Reihen der Regierung nehmen an dem Mobilitätsspitzentreffen unter anderem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Bundesfinanzminister Christian Lindner, Bundesverkehrsminister Volker Wissing, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sowie Bundesumweltministerin Steffi Lemke teil.

Eingeladen sind Spitzenvertreter aus der Automobilbranche und der Mobilitätswirtschaft, der Metallindustrie und der Zulieferbranche. An der Teilnehmerliste gab es bereits heftige Kritik. Nicht vertreten ist unter anderem das Kfz-Gewerbe. Aber auch der ADFC, der Bundesverband Zukunft Fahrrad sowie der Zweirad-Industrieverband fehlen. Kritik gab es zudem vom Interessenverband Allianz pro Schiene, weil die Bundesregierung bei der Verkehrswende nicht alle Verkehrsträger gemeinsam betrachte.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) meldet sich deshalb im Vorfeld zu Wort. ZDK-Präsident Jürgen Karpinski fordert langfristig stabile Rahmenbedingungen für den Hochlauf der Elektromobilität: „Die Diskussion um den Umweltbonus hat die Kunden sehr verunsichert. Wer den schnellen Umstieg auf die E-Mobilität will, darf die Förderung batterieelektrischer Fahrzeuge derzeit nicht kappen. Wir brauchen langfristig verlässliche Förderbedingungen und einen beschleunigten Ausbau der Ladeinfrastruktur, sonst leidet das Vertrauen der Kunden.“

Karpinski: Kfz-Gewerbe kennt Kunden am besten

Karpinski mahnt die Bundesregierung an, bei ihrem politisch verordneten Hochlauf der Elektromobilität vor allem die Verbraucher im Blick zu haben und deren Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Weil das Kfz-Gewerbe diese am besten kenne, sollte die Politik die Branche vor ihren Entscheidungen ebenfalls anhören. Karpinski: „Die Politik sollte daher Wert legen auf die praktischen Erfahrungen des starken, mittelständischen Kfz-Gewerbes. Unsere Betriebe sind nah am Kunden. Wir haben noch keinen selbsttragenden Markt für Elektrofahrzeuge. Unsere Mitarbeiter leisten daher täglich Überzeugungsarbeit und versuchen hoch engagiert, die Fragen der Menschen zur Elektromobilität zu beantworten. Deswegen: Das Kfz-Gewerbe ist ein zentraler Faktor der Transformation hin zu einer CO2-neutralen Mobilität.“

ZDK-Hauptgeschäftsführer Kurt-Christian Scheel ergänzt: „Vor dem Hintergrund des großen Fahrzeugbestands und der vielfältigen Herausforderungen rund um die Transformation – von Energiekosten bis Lieferkettenengpässen – bleibt das Prinzip der Technologieoffenheit richtig.“ Die von der EU-Kommission jüngst vorgeschlagene Abgasnorm Euro 7 werde wegen technisch kaum erfüllbarer Anforderungen dazu führen, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren deutlich teurer würden. Gleichzeitig würden die Preise für Elektrofahrzeuge nicht wie erwartet sinken, so Scheel. Er fordert: „Deswegen sollte Euro 7 deutlich modifiziert werden und vor allem endlich ein Vorschlag auf den Tisch kommen, wie auch nach 2035 Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotor zugelassen werden können, die mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden. So ist es im Koalitionsvertrag vorgesehen. Und so können wir die Erwartungen unserer Kunden erfüllen, die sich eine nachhaltige und bezahlbare individuelle Mobilität wünschen.“

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