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ZDK-Ausbildertagung: Säule der Berufsbildung

| Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

170 Ausbilder an überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks kamen auf Einladung des ZDK am Rande der Automechanika zusammen, um sich über aktuellen Entwicklungen in der Branche zu informieren und auszutauschen.

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Anselm Lotz und René Gravendyk begrüßten die Teilnehmer der Ausbildertagung
Anselm Lotz und René Gravendyk begrüßten die Teilnehmer der Ausbildertagung
(Bild: Blos / »autoFACHMANN«)

Rund 180 überbetriebliche Bildungszentren des Handwerks befassen sich in Deutschland mit der Aus- und Weiterbildung des Berufsnachwuchses im Kfz-Gewerbe. „Damit sind sie eine wichtige Säule in der Ausbildung“, betonte Birgit Behrens auf der 16. ZDK-Ausbildertagung im Rahmen der Automechanika in Frankfurt. Deshalb sei das Weiterbildungsprogramm für überbetriebliche Ausbilder für den Verband auch äußerst wichtig. Gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden des Berufsbildungsausschusses, René Gravendyk und Anselm Lotz, hatte die ZDK-Geschäftsführerin zuvor die 170 Teilnehmer der Veranstaltung begrüßt.

Zudem stellte Behrens das aktuelle Engagement des Kfz-Gewerbes zur Nachwuchsgewinnung vor. Jüngstes Kind ist dabei das Projekt „Blinka“, das schon bei Kindern im Grundschulalter Interesse für die Autoberufe wecken soll. Weitere Zielgruppen, um die sich der Verband verstärkt bemühen wolle, seien Studienabbrecher, Flüchtlinge und Frauen.

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Insgesamt, so Behrens' Fazit, sei das Kfz-Gewerbe in Sachen Ausbildung gut aufgestellt. Dies schlage sich auch im gerade begonnen Ausbildungsjahr nieder. Offizielle Ergebnisse dürften zwar noch einige Monate auf sich warten lassen. Doch aktuell gehe man von mindestens konstanten, eventuell sogar leicht ansteigenden Azubizahlen aus.

Ähnlich wie die überbetrieblichen Bildungsstätten bewegt sich auch die TAK an der Schnittstelle zwischen Aus- und Weiterbildung. Deshalb stellte deren Geschäftsführer Rüdiger Semper das aktuelle Programm der Akademie vor. Besonders wies er auf die Neuheiten im Bereich der Sicherheitsprüfung (SP) hin.

Informationen auf Youtube

Wie die jungen Leute ticken, die den Ausbildern demnächst gegenübersitzen werden, legte Theresa Plankenhorn von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg dar. Sie stellte die Studie „Jugend, Information, Multimedia“ (JIM) vor. Ein interessantes Ergebnis der bundesweiten Erhebung lautet, dass die 12- bis 19-Jährigen im Durchschnitt 208 Minuten täglich privat Onlinemedien nutzen. Und das nicht nur zu Kommunikation und Unterhaltung, sondern auch, um sich zu informieren. Eine der wichtigsten Quelle sei dabei die Videoplattform Youtube. Wer Jugendliche erreichen wolle, müsse deshalb dort vertreten sein.

So war unsere Automechanika 2016
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Ein technisches Thema hatte der nächste Referent mitgebracht: Thilo Klemm stellte das Brennstoffzellenauto von Hyundai vor. Seit 20 Jahren arbeite der koreanische Hersteller an dem Antrieb, der die Vorteile von Verbrennungsmotor und Batterieelektrik vereine; 2013 brachte Hyundai das weltweit erste Brennstoffzellen-Serienfahrzeug auf den Markt. Dabei seien auch diverse Sicherheitsmaßnahmen zu beachten gewesen, schließlich sei Wasserstoff als Treibstoff nicht ganz ungefährlich. Aktuell stehen aber in erster Linie die dünne Infrastruktur sowie der hohe Preis einem Erfolg der Brennstoffzellenautos im Weg.

Neofitos Arathymos, ZDK-Geschäftsführer für Technik, stellte das neue Diagnosesystem Euro DFT vor, das Bildungsstätten zu Sonderkonditionen erwerben können. „Wir bieten damit einen Service auf Herstellerniveau, und das für alle verfügbaren Marken auf einem Werkzeug.“

Vom schwierigen Entstehungsprozess einer neuen Meisterprüfungsordnung für das Kfz-Technikerhandwerk erzählte zum Abschluss Joachim Syha. Derzeit seien Arbeitgeber und Gewerkschaft dabei, die Inhalte für Teil I und II der Meisterprüfung zu definieren, um mit abgestimmten Eckdaten in das Verordnungsverfahren zu gehen. Wenn alles läuft wie gewünscht, könnte die neue Ordnung 2018 in Kraft treten und nach einer Übergangsfrist Ende 2020 dann allein gültig sein.

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