Ziel: Gebrauchtwagenverkäufer mit Zertifikat

Redakteur: Johannes Büttner

Die Gütegemeinschaft Geprüfter Automobilverkäufer macht sich Gedanken, wie sich die Wertschätzung der Gebrauchtwagenverkäufer steigern lässt.

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Ein Gebrauchtwagenverkäufer nimmt im Kfz-Betrieb eine wichtige Rolle ein, findet aber nicht immer die entsprechende Anerkennung. Die Gütegemeinschaft Geprüfter Automobilverkäufer (GAV) möchte dazu beitragen, die Wertigkeit des Berufsbildes Gebrauchtwagenverkäufer zu steigern. Deshalb haben die Vertreter von ZDK, Herstellern und Importeuren einen „Round Table Gebrauchtwagenqualifizierung“ ins Leben gerufen. Am 26. Juli traf er sich in Bonn zu seiner dritten Arbeitssitzung.

Einigkeit hatte schon in den ersten Treffen darüber bestanden, dass ein entsprechendes Branchenzertifikat den Beruf aufwerten könne. Welche Inhalte in eine solche Qualifizierung gehören und wie sich diese in das bewährte Modell der Ausbildung zum geprüften Automobilverkäufer integrieren lassen, diskutierten die Vertreter von ZDK, Audi, Kia, Mitsubishi, Porsche, Renault, Skoda und Volkswagen.

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Dabei war schnell klar, dass keiner der Teilnehmer eine Extremposition verfolgen wollte. Niemand setzte sich für eine zusätzliche, eigenständige Gütegemeinschaft ein; andererseits wollte aber auch keine Marke allein ihre eigene Suppe kochen, alle favorisierten eine Branchenlösung.

Diese zu finden erwies sich aber als nicht gerade einfach. Schließlich soll sie im Interesse von Mitarbeitern, Händlern und Herstellern sein, den Bedürfnissen des Marktes gerecht werden, und auf Volumen- wie auf Premiummarken, auf große wie kleine Handelsbetriebe passen.

Lösung für große und kleine Händler

Der letzte Punkt lag vor allem den Vertretern der Importeure am Herzen. „Die Mehrzahl unserer Handelspartner sind kleinere Betriebe, in denen die Verkäufer Neu- und Gebrauchtwagen parallel verkaufen“, erklärten Arthur Wirtz, Leiter des Renault-Instituts, und Peter Schieder, Projektkoordinator Schulungsreihen bei Mitsubishi Motors Deutschland, übereinstimmend.

Demzufolge finde eine Ausbildung allein für das Gebrauchtwagengeschäft dort vermutliche wenig Anklang. Der durchschnittliche Händler brauche einen Verkäufer, der alles könne, meinten auch andere Teilnehmer. Andererseits, so gab der Leiter Qualifizierung Handel bei Audi, Heiko Schmidt, zu bedenken, „brauchen wir in Zukunft differenzierte Berufsbildcluster, um professionelle Verkäufer für Neuwagen, Gebrauchtwagen oder das Flottengeschäft zu finden.“

Ein Kompromiss müsse alle Beteiligten zufriedenstellen und den Gebrauchtwagenverkäufern einen zusätzlichen Nutzen bieten, ohne den Neuwagenverkäufern etwas wegzunehmen, fasste Moderatot Gregor Roux die Debatte zusammen. Wie diese Lösung konkret aussehen soll, will die Arbeitsgruppe auf ihrer nächsten Sitzung ausarbeiten und den Kollegen in der Gütegemeinschaft vorstellen.

Mehr über den Round Table Gebrauchtwagenqualifizierung lesen Sie in Ausgabe 36 von »kfz-betrieb«.

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