1,6 Millionen Euro für bemalten Hippie-Porsche

Autor / Redakteur: sp-x/dpa / Jens Rehberg

„Oh Lord, won't you buy me a Mercedes Benz?“, sang Janis Joplin einst – dabei hatte sie schon einen Porsche. Der wurde jetzt verkauft – zum 5.000-Fachen dessen, was Joplin bezahlt hatte.

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3.500 Dollar hatte Janis Joplin einst für das ursprünglich delphingraue Cabrio bezahlt.
3.500 Dollar hatte Janis Joplin einst für das ursprünglich delphingraue Cabrio bezahlt.
(Foto: RM Sotheby's)

Das komplett handbemalte 356-SC-Cabrio von Hippie-Legende Janis Joplin ist in New York für 1,76 Millionen Dollar (rund 1,6 Mio. Euro) versteigert worden. Ein Fabel-Preis für den 1965er Sportwagen mit Vierzylinder-Boxermotor (71 kW/96 PS), der zuvor auf höchstens 500.000 Dollar geschätzt worden war.

Verkauft wurde der Porsche von Joplins Geschwistern, denen das Fahrzeug seit 1973 gehörte. Nachdem die Musikerin 1970 im Alter von nur 27 Jahren an einer Überdosis Heroin gestorben war – vor der Tür stand der Porsche – ging das Fahrzeug zunächst an ihren Manager, später kam es zurück in den Familienbesitz. In den vergangenen 20 Jahren war der Porsche in der Rock’n‘Roll Hall of Fame in Cleveland, im US-Bundesstaat Ohio, ausgestellt.

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Zuvor hatte der Sportwagen eine wechselvolle Geschichte erlebt: Als Dreijährigen kaufte die Rock-Sängerin das Cabrio 1968 für gerade mal 3.500 Dollar. Ein Freund bemalte den Wagen und nannte das Kunstwerk „Die Geschichte des Universums“. Unter anderem zierte ein Porträt von Joplins Band „Big Brother“ die linke Seite. Ihr Sternzeichen – den Steinbock – bildete er ebenso ab wie eine kalifornische Landschaft.

Joplin nutzte den Porsche als Alltagswagen und fuhr immer selbst. „Janis ist mit dem Wagen überall hingefahren in San Francisco und runter nach Los Angeles für Aufnahmen“, hatte ihre Schwester Laura bei der Ankündigung der Auktion im September gesagt. „Wo immer sie mit dem Wagen hinfuhr, haben die Fans sie erkannt. Wenn sie zum Parkplatz zurückkam, war immer mindestens ein Brief von einem Fan unter dem Scheibenwischer.“

Zwischenzeitlich war das Auto gestohlen und umlackiert worden – nachdem es wiedergefunden wurde, konnte aber seine künstlerische Lackierung gerettet werden. Später lackierte Joplins Bruder Michael den Porsche erneut über, in seiner Originalfarbe Delphingrau. Erst in den frühen 1990ern erkannte die Familie den Wert des Wagens als Artefakt der Hippie-Ära und ließ die künstlerische Gestaltung erneut auftragen.

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