Abnahmefahrt im neuen VW Polo: Zu Höherem berufen

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„Eigentlich gibt es keinen Grund mehr, einen Golf zu kaufen“, stichelt Baureihenchef Wolpert gegen den großen Bruder. Wenn da nicht die Motoren wären. Denn erstens ist die Auswahl beim Polo deutlich geringer, weil es zum Start nur zwei Diesel und sechs Benziner gibt. Zweitens ist die Bandbreite kleiner und erstreckt sich nur von 65 bis 200 PS im GTI. Und drittens setzen die Niedersachsen im Polo vor allem auf Dreizylinder, die lange nicht so souverän und solide klingen wie im Golf, sondern nervig schnattern und sich in dem ansonsten flüsterleisen Auto gehörig in den Vordergrund spielen.

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Dabei ist es nicht so, dass sich Wolperts Truppe bei den Triebwerken keine Mühe gegeben hätte. Schließlich rüsten sie die Diesel zum ersten Mal bei einem Kleinwagen im VW-Konzern mit SCR-Katalysatoren aus und für die Benziner gibt es durch die Bank Partikelfilter. Außerdem stellt Wolpert eine Erdgas-Umrüstung in Aussicht – auch, weil er sich nicht vorstellen kann, dass jemand in dieser preissensiblen Klasse freiwillig einen Plug-in-Hybriden oder gar eine Elektrovariante kaufen könnte. „Aber der Baukasten gibt das natürlich her und wir können auf eine neue Nachfrage schnell reagieren.“

Auch künftig ein Allerweltsauto

So bereitwillig Wolpert über die technischen Errungenschaften spricht, so vage bleibt er beim Design. Noch sind die Prototypen außen beklebt und innen verhangen, weil die Spannung bis zur Weltpremiere im Sommer halten soll. Doch man braucht nicht viel Phantasie zu der Erkenntnis, dass der Wagen außen keinen ganz so großen Designsprung macht. Ein paar Linien wirken schärfer und die Proportionen etwas knackiger. Aber im Grunde bleibt der Polo auch in der sechsten Generation ein Allerweltsauto – genau wie der Golf eben.

Innen sieht das schon ein bisschen anders aus. Denn da hat sich der Polo nicht von seinem großen, sondern von seinem kleinen Bruder inspirieren lassen. „Wir haben beim Up gelernt, wie man ein farbenfrohes und lebenslustiges Auto baut“, sagt Wolpert und erzählt stolz von bunten Konsolen, die dem ansonsten zwar vornehmen aber doch eher tristen Cockpit ein wenig Pepp geben sollen.

Natürlich wird aus dem Star der Spießer im Segment der Kleinwagen damit nicht gleich ein bunter Hund für die Lifestyle-Fraktion. Doch Wolpert hat noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: „Im nächsten Jahr gibt es den Polo auch als SUV“, verspricht der Chefingenieur und reitet damit gleich die nächste Attacke gegen den Golf. Schließlich kommt auf dessen Basis noch in diesem Jahr mit dem T-Roc ebenfalls ein Geländewagen. Leichter macht das die Familienführung sicher nicht.

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