Abgas Aiways, LEVC, E-Go – Volkswagen bekommt weitere CO2-Hilfe

Autor: Christoph Seyerlein

Um CO2-Strafzahlungen an die EU zu verhindern, können Autobauer mit schlechter Bilanz Zertifikate von anderen Herstellern zukaufen. Auch Volkswagen hat im vergangenen Jahr einen solchen CO2-Pool gebildet. Diesem haben sich nun weitere Elektro-Marken angeschlossen.

Firmen zum Thema

Um die Abgas-Vorgaben der EU erfüllen zu können, greift VW zum CO2-Pooling.
Um die Abgas-Vorgaben der EU erfüllen zu können, greift VW zum CO2-Pooling.
(Bild: Volkswagen)

Trotz eigener Elektro-Offensive hat Volkswagen die CO2-Vorgaben der EU im vergangenen Jahr wohl knapp verfehlt. Von rund einem Gramm pro Kilometer zu viel hatten Konzernmanager Ende 2020 gesprochen. Strafzahlungen dürften die Folge sein. 2021 werden die Regeln nun weiter verschärft, entsprechend schwerer wird es für Hersteller, diese nicht zu verletzen. Weitere Strafzahlungen wird Volkswagen definitiv verhindern wollen.

Sollten die eigenen Elektro-Anstrengungen nicht ausreichen, gibt es dafür eine Lösung: CO2-Pooling. Dabei können Autobauer, die mit der CO2-Bilanz Probleme haben, Zertifikate von anderen kaufen, die die Vorgaben unterbieten. Die Bilanzen werden dann entsprechend angeglichen.

VW setzt vor allem auf chinesische Elektro-Marken

Mancher Hersteller hat bereits zu diesem Mittel gegriffen, beispielsweise Fiat Chrysler oder Ford. Auch Volkswagen selbst hat im vergangenen Jahr bereits einen Pool mit dem chinesischen Hersteller SAIC und dessen Tochter MG gebildet. Ursprünglich wollte VW auch mit Ford „poolen“, doch die Amerikaner gerieten wegen Problemen mit ihrem Kuga Plug-in-Hybrid selbst unter Druck und holten sich schließlich Hilfe von Volvo.

Wie aus offiziellen EU-Dokumenten hervorgeht, über die zuerst Schmidt Automotive Research berichtete, holt sich der Wolfsburger Konzern nun weitere externe Hilfe: Zum VW-Pool zählen demnach künftig mit Aiways und LEVC zwei weitere chinesische E-Auto-Anbieter, sowie der Aachener E-Kleinstwagenbauer Next E-Go Mobile. Die Abmachungen gelten bis 2022.

Wie viel Geld beim Pooling fließt, ist nicht bekannt. Mit E-Go wollte Volkswagen angeblich bereits in der Vergangenheit zusammenarbeiten und dem Start-Up um Günther Schuh den eigenen Modularen Elektrifizierungs-Baukasten (MEB) anbieten. Doch daraus wurde in der Vergangenheit nichts. E-Go rutschte im vergangenen Jahr in die Insolvenz, mit neuen Investoren versuchen die Aachener sich nun am Neustart. Ob neben dem Pooling nun auch wieder die MEB-Pläne aufgetaut werden, ist nicht bekannt.

(ID:47064990)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«