AKF-Bank leidet unter der Krise

Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat der AKF-Bank zugesetzt: Die Gewinne und das Neugeschäft sind kräftig gesunken. Für das laufende Jahr ist Bank-Chef Martin Mudersbach vorsichtig optimistisch.

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Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die AKF-Gruppe stark zu spüren bekommen. Gegenüber dem Vorjahr ist das Neugeschäft der AKF-Bank um 25,5 Prozent auf 451 Millionen Euro zurückgegangen, sagte Martin Mudersbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der AKF-Bank, auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Düsseldorf. Das Minus habe sich über alle Bereiche, in denen die Bank tätig sei, etwa gleich verteilt.

Zwar sei die Geschäftsentwicklung nicht zufriedenstellend, allerdings hatte das Unternehmen bereits mit einem solchen Ergebnis gerechnet. „Das spiegelt die Erwartungen an das Geschäftsjahr wider und steht im Einklang mit der gesamten Branche“, so Mudersbach. Unter dem Strich sank der Jahresüberschuss um knapp die Hälfte: Im vergangenen Jahr erzielte die Bank einen Gewinn von 1,1 Millionen Euro nach 2,1 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Die Fahrzeugfinanzierung bleibt nach wie vor eine tragende Säule, allerdings nimmt ihre Bedeutung ab: Ihr Anteil am Gesamtgeschäft schrumpfte von 77 Prozent 2008 auf 68 Prozent im Jahr 2009. Langfristig dürfte der Autobereich auf einen Anteil von 35 bis 40 Prozent sinken, so der Bank-Chef.

Starke Rückgänge beim Leasing

Beim Leasinggeschäft verbuchte die Bank 2009 einen Rückgang von 29 Prozent auf 233 Millionen Euro. Ausschlaggebend dafür war vor allem auch das Minus im Flottengeschäft: „Kostensparprogramme der Flottenkunden haben hier dazu geführt, bestehende Verträge zu verlängern und kleinvolumigere Fahrzeugtypen nachzufragen“, begründet Mudersbach die Entwicklung.

Zwar konnte das Unternehmen bei den Provisionen aus der Vermittlung von Leasinggeschäften und Versicherungsprodukten leicht zulegen, allerdings steht dem Plus eine steigende Zahl an Insolvenzen gegenüber. Entsprechend musste die Bank, deren Gesellschafter vor allem der Staubsauger-Hersteller Vorwerk und mit knapp zehn Prozent auch das Bankhaus Lampe sind, ihre Risikovorsorge von 4,2 Millionen Euro in 2008 auf mehr als zehn Millionen Euro in 2009 mehr als verdoppeln. Etwa drei Viertel der Anteile falle auf den Fahrzeugbereich, so Mudersbach. Für das laufende Jahr ist mit einer Risikovorsorge in der gleichen Größenordnung zu rechnen.

Kooperationen mit Volumenhersteller

Wachstumschancen sieht die Bank vor allem im Auslandsgeschäft und in der Absatzfinanzierung. „Mit der Gründung der AKF Equiprent in Spanien und der AKF Leasing Polska haben wir in den vergangenen Jahren die Weichen für eine zukunftweisende Internationalisierung der AKF-Gruppe gestellt“, so Mudersbach. Für Umsatz soll nun das Absatzgeschäft des Vorwerk-Konzerns sorgen. Zum Neugeschäft im Autobereich könnten vier neue Kooperationen mit Volumenherstellern beitragen, deren Namen Mudersbach nicht nennen wollte.

Auch das laufende Jahr dürfte weiter schwierig werden. Im ersten Quartal 2010 lag der Rückgang beim Neugeschäft bereits im zweistelligen Bereich. Nun hofft die Bank, die sich als Partner für den Mittelstand positioniert, das Minus bis Jahresende wieder auszugleichen. „Die Risikovorsorgeaufwendungen, aber auch die Zinsmargen werden deutlich über dem langjährigen Mittel liegen“, so Mudersbach. Er rechne mit einer verhaltenen Geschäftsentwicklung: „Die Jahresergebnisse 2010 und 2011 erwarten wir deutlich über dem Niveau des abgelaufenen Jahres.“ Dennoch hofft der AKF-Chef durch die neuen Geschäftsfelder deutlich das Neugeschäftsvolumen steigern zu können.

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