Amoklauf im Autohaus

Autor / Redakteur: Stephan Richter /

Die Autohäuser Peter und Abicht aus Niedersachsen und Thüringen wurden am Wochenende Opfer von Vandalismus. Ein scheinbar geistig verwirrter Mann beschädigte innerhalb kürzester Zeit mit einer Axt über zwanzig Fahrzeuge.

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Ein Amokläufer beschädigte in zwei Autohäusern über 20 Fahrzeuge.
Ein Amokläufer beschädigte in zwei Autohäusern über 20 Fahrzeuge.
( Peter-Gruppe )

Ein offenbar geistig verwirrter Mann hat am Wochenende mit einer Axt bewaffnet eine Schneise der Verwüstung vom niedersächsischen Duderstadt bis nach Nordhausen in Thüringen gezogen. Ziel der Zerstörung waren neben Schaufensterscheiben von Einkaufszentren, einem Speditions-Lkw und parkenden Autos auch Filialen des Autohauses Abicht und der Autohaus-Gruppe Peter.

Gegen 7.30 Uhr startete der der 36-Jährige Mann seine Tat beim VW-Händler Abicht und beschädigte Kunden- und Ausstellungsfahrzeuge und demolierte die Eingangstür. Zu dieser Zeit befanden sich noch keine Mitarbeiter vor Ort.

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Polizeit stoppt den Täter gewaltsam

Am Peter-Standort in Heiligenstadt nahm sich der Täter sechs Fahrzeuge vor. Anschließend fuhr er mit Ansage ins Haupthaus nach Nordhausen, um dort sechs weitere Autos zu zerstören. Erst die alarmierte Polizei stoppte ihn mit Pfefferspray, als er mit einem Messer die Mitarbeiter des Autohauses bedrohte. „Wir sind natürlich froh, dass unseren Angestellten nichts passiert ist. Dennoch ist die ganze Sache mehr als bitter für uns“, sagte Geschäftsführer Helmut Peter gegenüber »kfz-betrieb«-ONLINE.

Allein beim Autohaus Peter beläuft sich der Sachschaden auf über 150.000 Euro. „Die Fahrzeuge sind über unterschiedliche Versicherungen abgesichert. Jetzt gilt es zu klären, wie man die Schäden abwickelt“, sagte Peter. Auch im Autohaus Abicht haben die Mitarbeiter die Fahrzeuge zunächst sichergestellt und erwarten nun die Schadensgutachten.

Oldtimer zerstört

Beim Autohaus Peter traf es neben mehreren Neuwagen auch einen Adenauer-Mercedes aus dem Jahr 1954. Helmut Peter hatte den Oldtimer noch zu D-Mark-Zeiten von einem Kunden erworben und dessen Wunsch entsprochen, das Fahrzeug immer gut zu pflegen: „Der Adenauer war noch in einem sehr guten Originalzustand. Wir haben ihn unter anderem für Hochzeitsfahrten vermietet oder bei besonderen Anlässen genutzt. Bis zu 30 Wochenenden war das Auto pro Jahr im Einsatz. Die Reparatur wird bestimmt nicht billig“, so Peter.

Kein erklärbarer Hintergrund

Der Täter zählt nicht zu den Kunden der beiden Autohäuser. „Wir haben natürlich sofort unsere Kundendatei durchsucht, den Namen aber nicht gefunden. Die Gründe für dieses Vergehen sind für uns unerklärlich“, sagte Peter. Nach der Festnahme brachte die Polizei den Mann in eine psychiatrische Einrichtung.

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