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Amos: Lancia Delta Integrale reloaded

| Autor: Steffen Dominsky

Kantig, aggressiv und vor allem sehr erfolgreich: Das waren vor rund 30 Jahren die Motorsportvarianten des Golf-Gegners Lancia Delta. Den Geist von damals hat nun der Italiener Eugenio Amos aus der Flasche geholt und in Form des Lancia Delta Futurista neu aufpoliert.

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Ein Italiener und sein Traum: der Lancia Delta Futurista von Amos Automobili.
Ein Italiener und sein Traum: der Lancia Delta Futurista von Amos Automobili.
(Bild: Automobili Amos)

Die kleinen Kompakten lehrten vielen Großen das Fürchten: Der „Integrale“ getaufte Sportaufguss von Lancias Delta gewann von 1987 bis 1992 sage und schreibe sechsmal hintereinander die Rallyeweltmeisterschaft. – Che macchina! („Was für ein Auto!“)

Genau das findet auch ein gewisser Eugenio Amos. Der Italiener ist Rennfahrer, Autosammler und seit Kurzem sogar Automobilhersteller. Mithilfe des „Lancia Delta Futurista“ erfüllt er sich und 19 anderen Fans des Integrale einen (Kindheits-)Traum. „Ich war sieben und mein Vater fuhr ein prächtiges Giallo-Ginestra-Sondermodell. Ich erinnere mich noch, als wäre es heute gewesen, an die typischen Geräusche und Gerüche und an die weichen Sitze", schwelgt Amos in Erinnerungen.

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Mit diesen „Festplatteneinträgen“ im Hinterkopf schritt Amos zur Tat: Er konstruierte eine Neuauflage des bekannten Flitzers, die sein Unternehmen aktuell in einer Kleinstserie von 20 Fahrzeugen produziert. Drei Jahre betrug die Entwicklungszeit hierfür. Seine Firma gründete Amos zunächst für die Fertigung genau dieses Autos. „Ich möchte aber künftig auch andere ‚neue Versionen‘ bekannter Modelle auf den Markt bringen“, so der Autobauer optimistisch. „Ich habe romantische Visionen gegen eine Welt, die mir zu steril, schnell und oberflächlich erscheint.“

Besser und doch nicht verwässernd

Äußerlich unterscheidet sich der neue Delta Integrale von seinem historischen Vorbild in einem wesentlichen Detail: Er ist ein Dreitürer. Das neue Dach und die leicht veränderte Karosserie, welche nun die beiden hinteren Türen ersetzt, sind dabei aus Aluminium, während die Motorhaube, die Motorabdeckung, die Stoßstangen, die Heckspoiler sowie die Klappen aus Kohlefaser bestehen.

Auch technisch wurde der Neue gegenüber dem Alten spürbar modifiziert, ohne dabei ihren Charakter völlig zu verändern. So stieg die Leistung des Vierzylinderturbomotors mit zwei Liter Hubraum von 210 PS auf 330 PS. Aufgrund des verstärkten Fahrwerks und der modifizierten Schaltung sowie der überarbeiteten Getriebewelle und Differenziale soll der Futurista ruhiger laufen als das Original. Die deutlich reduzierte Turboverzögerung bewirkt eine gleichmäßigere Leistungsverteilung auch im unteren Drehzahlbereich und macht das Fahren komfortabler. Seine Höchstgeschwindigkeit? „Die habe ich noch nicht ausgereizt, aber sie liegt definitiv über 240 Stundenkilometer,“ berichtet der Erbauer.

Im Inneren verfügt der ausschließlich in „racing green“ lackierte Quattro-Schreck über sportliche Alcantarasitze sowie über eine auffällige rote Starttaste, versehen mit einem Raketensymbol. Viele hochwertige, in Handarbeit gefertigte Details sollen Autoliebhaber beziehungsweise potenzielle Käufer ansprechen. Das Update des Delta wurde von Automobili Amos fast ausschließlich auf der Bildplattform Instagram angekündigt. Und zwar mit dem fettgedruckten Hashtag #makelanciagreatagain. Ein echtes Statement möchte man meinen.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group, Vogel Business Media GmbH & Co. KG