Arocs komplettiert die Mercedes-Lkw-Familie

Autor Stephan Richter

Mercedes-Benz vervollständigt mit dem Baustellen-Lkw Arocs seine schwere Lkw-Familie. Mit den neuen Baureihen müssen sich die Mercedes-Benz-Partner aber auch auf schrumpfende Serviceumsätze einstellen.

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Mercedes-Benz möchte jährlich zwischen 6.000 und 8.000 Einheiten des neuen Arocs in Deutschland verkaufen.
Mercedes-Benz möchte jährlich zwischen 6.000 und 8.000 Einheiten des neuen Arocs in Deutschland verkaufen.
(Foto: Richter)

Die neue Generation der schweren Lkw-Familie von Mercedes-Benz ist komplett: Nach dem neuen Actros und dem Antos feierte die Daimler AG nun die Weltpremiere ihres Baustellenfahrzeugs Arocs. Die Markteinführung plant der Hersteller in drei Etappen von April bis Sommer dieses Jahres. Zunächst kommen die Standardfahrzeuge auf den Markt, den Abschluss bilden die Allrad-Arocs.

Alle Fahrzeuge sind mit Euro-VI-Motoren ausgestattet und kommen als Kipper, Allradkipper, Betonmischer, Sattelzugmaschinen und Pritschenfahrgestelle auf den Markt. Den Arocs gibt es als zwei-, drei- und vierachsiges Fahrzeug in 16 Leistungsstufen von 175 kW/238 PS bis 460 kW/625 PS. Das Angebot der Achsformeln fächert sich dabei auf vom 4x2 mit 18 Tonnen Gesamtgewicht bis zum allradgetriebenen 8x8-Vierachser mit 41 Tonnen.

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Servicenetz muss sich anpassen

Für den europäischen Markt plant Mercedes mit 20.000 produzierten Einheiten. Gut ein Drittel davon sollen dabei auf Deutschland entfallen sagte Thomas Witzel, Vertriebsleiter für Mercedes-Benz Lkw und Fuso in Deutschland, gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«.

Die Wartungsintervalle der neuen Lkw-Generation sollen 150.000 Kilometer betragen. Zudem verspricht Thomas Witzel den Lkw-Kunden, dass die Preise für die Wartungsverträge von Euro-V zu Euro-VI identisch bleiben sollen. Das Servicenetz müsse sich dadurch sowie durch die steigende Qualität der Produkte auf geringere Einnahmen aus Garantie-, Wartungs- und Servicearbeiten als bisher einstellen. Als Konsequenz daraus erwartet Witzel, dass sich die Betriebe künftig verkleinern müssten. Ebenso habe der Hersteller jederzeit die Netzentwicklung im Blick.

Bei den Gesamtkosten sparen

Obwohl die Anschaffungskosten der Euro-VI-Fahrzeug zwischen 10 und 16 Prozent höher liegen sollen als bei einem Euro-V-Modell, ist sich der Hersteller sicher, dass die Kunden auf lange Sicht mit den neuen Lkw sparen können. So verfüge der Arocs in der Loader-Variante über ein Eigengewicht von 9.250 Kilogramm, erklärte Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Trucks. Dadurch könne der Arocs z. B. einen halben Kubikmeter mehr Beton aufladen als die meisten vergleichbaren Fahrzeuge. „Über eine Haltedauer von acht Jahren können unsere Kunden dadurch fast 40.000 Euro mehr verdienen“, sagte Buchner.

Der Komplexität des Fahrzeug geschuldet, möchte die Daimler AG während der Fahrzeugauslieferung die künftigen Arocs-Fahrer dabei haben und sie intensiv über die Neuheiten informieren. „Unser Ziel ist es, dass wir den Fahrer entlasten. Daher bieten wir auch in all unseren Lkw Fleetboard mit an“, sagte Ulrich Bastert, Leiter Sales und Marketing bei Mercedes-Benz Trucks.

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