Vor Kurzem haben wir den Leapmotor C10 REEV getestet und waren recht kritisch wegen der sehr empfindlichen Assistenzsysteme des Fahrzeuges und ein paar Ungereimtheiten in der Bedienung. Kurz darauf wurde nachgebessert.
Leapmotor hat bei der Software nachgebessert.
(Bild: Leapmotor)
China-Tempo, das ist auch ein schnelles Lern-Tempo. Vor einigen Wochen testeten wir die erste Version des Mittelklasse SUV C10 REEV von Leapmotor. Das prinzipiell gute Fahrzeug fiel bei uns durch, weil die Bedienung über das Touch-Display nicht so einfach und selbsterklärend war wie erhofft und vor allem, weil Assistenzenzsysteme und Warnhinweise nachgerade übergriffig und ängstlich reagierten. Das Unternehmen hat auf die Kritik reagiert und dem Auto ein gründliches Update verpasst.
Wie gesagt hatten wir einiges an der Bedienung auszusetzen. Von der Steuerung der Klimaanlage bis hin zum Soundsystem verirrten wir uns immer wieder in den Fallen der Menüstruktur. Das ist Geschichte. Ein Update von üppigen drei Gigabyte Daten macht aus dem C10 quasi ein neues Auto. Und das Update wurde Over the Air aufgespielt, also ohne, dass der Wagen eine Werkstatt besuchen musste. Man benötigte nur eine einigermaßen stabile Mobilfunkverbindung und etwas Zeit zur Datenverarbeitung, und schon zeigt sich das Display in neuem Look. Wichtige Funktionen sind nun über eine Art Kurzwahltaste erreichbar und logisch zu bedienen. Die bemängelte Klimaanlagensteuerung reagiert nun feinfühlig für Beifahrer und Fahrer getrennt, und ganz nebenbei hat das Auto jetzt eine Dashcam, die auf Wunsch aufzeichnet, was während der Fahrt oder im Falle eines Unfalls passiert. Dazu nutzten die Chinesen die ohnehin vorhandenen Kameras für den Rundum-Blick des Parksystems und installierten kurzerhand passende Software, um daraus eine Dashcam zu machen.
Am nervigsten fanden wir die Assistenzsysteme, die ständig und eindringlich durch lautes Bimmeln und Klingeln auf Gefahrensituationen hinwiesen und auch schon mal vorsorglich warnten, wo es nichts zu warnen gab. Auch hier wirkte das Update Wunder. Gewarnt wird dezent und ohne zu nerven und selbst in der Komfortabstimmung mit eingeschalteter höchster Sicherheitsstufe – man kann abstufen – erfolgten Eingriffe beispielsweise vom Spurhalteassistent nur da, wo es wirklich sinnvoll war. Auf engen, aber freien Landstraßen hält sich der Assistenz jetzt merklich zurück, solange man auf dem Asphalt bleibt. So soll das sein.
Optisch muss sich der 4,74 Meter lange C10 nicht verstecken, was unter anderem auch daran liegt, dass die Kreativen sich bei der Gestaltung von Heck und Seitenlinie offensichtlich vom Design eines Porsches Macan inspirieren haben lassen. Auch im Innen gab es ein bekanntes Vorbild: Tesla hat beim Armaturenbrett, Lenkrad und natürlich beim großen Touchscreen Pate gestanden. Aber nach dem Motto: Besser gut kopiert als schlecht selbst ausgedacht, dürfte der C10 mit seinem Design den Interessenten gefallen, die moderne SUV/Crossover goutieren. Auch das Platzangebot, Materialauswahl, Verarbeitung und das Kofferraumvolumen (400 – 1.375 Liter) gehen in Ordnung.
Beim Motorkonzept setzt Leapmotor beim REEV (Range Extended EV) auf eine Kombination aus 1,5-Liter-Benziner mit 65 kW/88 PS und 158 kW/215 PS starkem E-Motor. Die 28,4 kWh große Batterie ist für eine Reichweite von rund 140 Kilometern gut, und lässt sich am Schnelllader mit maximal 65 kW aufladen, an der Wallbox sind maximal 6,6 kW möglich. Der E-Motor übernimmt immer den Antrieb auf die Hinterachse, der Benziner fungiert als Generator und lädt die Batterie auf, wenn sie nicht extern nachgeladen wird. Somit fährt der REEV immer elektrisch. Verkaufsargument ist die kulminierte Reichweite aus Batterie und Benzintank, die auf knapp 1.000 Kilometer kommt.
Der C10 fährt sich wie ein E-Auto, was er im Grund genommen ja auch ist. Der Verbrenner läuft mit gleichmäßigem Geräusch, unbeeindruckt von der Gaspedalstellung. Am besten schwimmt man gelassen im Verkehr mit. Sportive Erwartungen sind hier fehl am Platz. Zwar sprintet das SUV in 8,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und danach bis zur Richtgeschwindigkeit munter weiter, danach wird es aber zäh und bis die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h erreicht ist, vergeht einige Zeit. Das ist aber kein wirkliches Manko. Wie bei den allermeisten E-Autos liegt die Wohlfühlgeschwindigkeit im Bereich von 130 km/h und das ist auf den meisten Straßen der Welt auch das erlaubte Maximum.
Lohnt sich der technische Aufwand mit dem Range-Extender? Wie bei jedem klassischem Plug-in-Hybrid hängt der Grad der Effizienz von der Ladedisziplin des Fahrers ab. Wird die Batterie regelmäßig extern nachgeladen, sind Normverbrauchswerte von 20,5 kWh und 0,4 Liter möglich; wenn nur der Benziner für die Stromgewinnung zuständig ist, muss man mit 6,4 Litern Verbrauch rechnen. Bei unseren Testfahrten kamen wir auf 22 kWh beziehungsweise 7,5 Liter. Wer regelmäßig nachlädt, wird auch mit dem elektrischen C10 (160 kW/218 PS; 70 kWh-Akku) glücklich. Dieser verbraucht nach Norm 18,5 kWh und schafft 425 Kilometer.
Beim Preis und der Ausstattung gibt es nichts zu meckern. Ab 37.600 Euro steht der C10 REEV wie übrigens auch der C10 in der Preisliste, unser Testauto in der Design-Linie ist ab 39.100 Euro erhältlich. Zusätzlich zu der üppig ausgestatteten Basis gibt es 20-Zöller, Ambientebeleuchtung, Heizung fürs Lenkrad und die Vordersitze sowie die Kunstledersitze mit einer speziellen Silikonbeschichtung. Als Extra listet Leapmotor nur 800 Euro für einen anderen Lackton als das Standardgrün.
Stand: 08.12.2025
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