Audi bereitet den Handel rein digital auf die Markteinführung des A3 vor

Autor: Christoph Seyerlein

Die Markteinführung des neuen Audi A3 steht an. Aufgrund der Corona-Pandemie bereitet der Hersteller den Handel darauf zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte rein digital vor. Das Modell könnte für die Zukunft Schule machen.

Firmen zum Thema

Der neue Audi A3 startet in Deutschland im Sommer.
Der neue Audi A3 startet in Deutschland im Sommer.
(Bild: Audi)

Im Sommer kommt der neue Audi A3 in Deutschland auf den Markt. In der Vorbereitung darauf gehen Hersteller und Handel neue Wege. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens schulen die Ingolstädter ihre Partner und deren Mitarbeiter rein virtuell rund um ein Modell. Geschuldet ist das der Corona-Pandemie. Für die Zukunft kann sich Audi aber vorstellen, dass jenes Vorgehen zum Standard wird.

Horst Hanschur, Leiter Retail Business Development und Customer Services bei Audi, erklärt: „Angesichts der aktuell weltweit schwierigen Lage haben wir den bereits eingeschlagenen Kurs Richtung Digitalisierung nun noch einmal beschleunigt.“ Die digitale Schulungs-Methodik wolle man insbesondere für die eigene Elektro-Offensive weiter ausbauen, so Hanschur weiter.

Audi A3: B(e)reit wie nie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Das Training der weltweit mehr als 35.000 Handelsmitarbeiter erfolgt grundsätzlich nach dem Train-the-Trainer-Prinzip: Audi schult zentral – und normalerweise auch physisch vor Ort – rund 400 Produkt-, Verkaufs- und Service-Trainer sowie rund 250 Technik-Trainer aus 90 Märkten weltweit. Diese geben ihr Wissen dann vor Ort an die jeweiligen Mitarbeiter weiter.

Erste Erfahrungen mit Virtual Reality bereits beim E-Tron

Schon in der Vergangenheit kamen dabei einige digitale Schulungsformate zum Einsatz. Zur Markteinführung des Audi E-Tron arbeitete die Marke beispielsweise erstmals auch mit Virtual-Reality-Formaten. Die Erfahrungen will der Hersteller nun auch in die Vorbereitung auf den A3 einfließen lassen.

Die sogenannte „Central Launch Experience“ (CLX) für die Markteinführungs-Teams in Verkauf und Service sind bereits vor mehreren Wochen mit „Web-Based-Trainings“ etwa rund um das neue Design, die Motor-/Getriebe-Varianten oder die Assistenzsysteme gestartet. Hinzu kommen Videokonferenzen, in denen Mitarbeiter aus dem Handel Detailfragen mit Experten aus Ingolstadt klären können. Darüber hinaus stellt Audi seine Trainingsunterlagen auf einer Online-Plattform zur Verfügung.

Audi setzt bei der Schulung des Handels rund um den neuen Audi A3 unter anderem auf Augmented Reality.
Audi setzt bei der Schulung des Handels rund um den neuen Audi A3 unter anderem auf Augmented Reality.
(Bild: Audi)

Auch die Technik-Trainings für den neuen A3 erfolgen rein digital. Für das Modell stehen ein Selbstlernprogramm mit Eingangs- und Ausgangstests, ein eigenes Video-Format – „Audi Service TV“ – sowie Experten-Tutorials für Fragen bereit. Ein Augmented-Reality-Training zu den Antriebsaggregaten wird zeitnah um eine Virtual-Reality-Anwendung mit den technischen Highlights des neuen Audi A3 ergänzt.

Audi nutzt Corona für Digital-Offensive

Audi präsentiert sich damit in Zeiten der Corona-Krise einmal mehr als Treiber des digitalen Wandels in der Autobranche. Zuletzt hatte der Hersteller bereits auf sich aufmerksam gemacht, indem er die Video-Kundenberatung bei Händlern während des Lockdowns vorantrieb. Im Handel selbst gibt es dazu unterschiedliche Meinung. Dass Audi mit hoher Geschwindigkeit auf die Herausforderungen reagiert, die die Pandemie mit sich bringt, bewerteten mehrere Markenhändler im Gespräch mit »kfz-betrieb« aber grundsätzlich positiv.

Auch beim Online-Vertrieb macht Audi Tempo. Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann erklärte zuletzt, dass der Hersteller alleine in China im ersten Quartal rund 10.000 Einheiten über das Internet verkauft habe. In Deutschland treibt die VW-Tochter jene Entwicklung ebenfalls voran: Jüngst hat die Marke damit begonnen, hierzulande den Online-Verkauf von Händler-Lagerwagen zu pilotieren.

(ID:46569353)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility