Audi kann erste Euro-6-Diesel zurückrufen

Autor: Christoph Seyerlein

Zuletzt hatte es Berichte darüber gegeben, dass sich Audi damit schwer tue, ein Software-Update für 3-Liter-Diesel mit illegaler Abschalteinrichtung zu entwickeln. Für einen Teil der betroffenen Autos ist dem Hersteller das nun aber gelungen, am Mittwoch beginnt damit eine erste Rückruf-Welle.

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Audi kann mit dem Rückruf erster Modelle mit 3-Liter-V6-Dieselmotoren beginnen.
Audi kann mit dem Rückruf erster Modelle mit 3-Liter-V6-Dieselmotoren beginnen.
(Bild: AUDI AG)

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat Audi die Freigabe dafür erteilt, einige Diesel-Modelle der Abgasnorm Euro-6 mit 3-Liter-V6-Motor zurückzurufen. Ab Mittwoch will der Hersteller mit der Aktion starten, die in Deutschland 31.200 Modelle der Baureihen A6 und A7 Sportback mit einer Leistung von 200 kW (272 PS) aus den Baujahren 2015 bis 2018 betrifft.

Der Rückruf ist für alle betroffenen Halter verpflichtend. In der Werkstatt wird ein Software-Baustein aus der Motorsteuerung entfernt, landläufig besser bekannt als illegale Abschalteinrichtung. Das Update ist für Kunden kostenlos. Laut Audi hat es keinerlei negative Auswirkungen auf den Verbrauch, die Motorleistung, die Emissionswerte oder die Haltbarkeit des Motors.

Der Rückruf ist der Auftakt für eine ganze Reihe von Aktionen, die Audi infolge der Diesel-Affäre noch durchführen werden muss. Insgesamt wird der Hersteller nach eigenen Angaben in acht Wellen bundesweit 151.000 Halter von Mittel- und Oberklasse-Fahrzeugen aufrufen, ihr Auto in die Werkstatt zu bringen. Allerdings liegt den Ingolstädtern bislang nur die Genehmigung für die erste Welle vor, für die weiteren Modelle habe man „der Zulassungsbehörde konkrete Lösungsvorschläge zur Prüfung und Entscheidung vorgelegt“, heißt es vom Hersteller.

Dass Audi auch Euro-6-Diesel wegen illegaler Software würde zurückrufen müssen, ist schon seit Anfang des Jahres bekannt. Seitdem hatte sich das Warten auf eine Lösung allerdings in die Länge gezogen. Zuletzt hatte es Berichte darüber gegeben, die Ingenieure in Ingolstadt täten sich schwer, ein entsprechendes Software-Update zu entwickeln. Audi-Einkaufsvorstand Bernd Martens, der zugleich die „interne Taskforce zur Aufarbeitung der Dieselkrise“ bei der VW-Tochter leitet, teilte am Montag dazu mit: „Nach den detaillierten technischen Analysen können wir nun konkrete Lösungen anbieten, um die technischen Vorgaben des KBA vollumfänglich zu erfüllen. So werden wir das Vertrauen unserer Kunden stärken.“ Audis Anspruch „ist und bleibt es, die Dieselkrise konsequent und lückenlos aufzuarbeiten“.

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Entwicklungsredakteur