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Audi stellt sich auf weiter rückläufige Verkaufszahlen ein

| Autor: Christoph Seyerlein

Audi hat im ersten Quartal einen Verlust knapp verhindern können. Dennoch lagen alle wichtigen Kennzahlen deutlich unter denen aus dem Vorjahreszeitraum. Große Hoffnung, dass der Trend zeitnah wieder nach oben zeigen wird, herrscht in Ingolstadt nicht.

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Audis Absatz ist im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent eingebrochen.
Audis Absatz ist im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 20 Prozent eingebrochen.
(Bild: Audi)

Audi hat am Donnerstag seine Bilanz für das erste Quartal 2020 vorgelegt. Wie zu erwarten waren darin bereits deutlich Spuren der durch das Corona-Virus bedingten Folgen für die Wirtschaft zu erkennen. Der weltweite Absatz der Marke sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,1 Prozent auf 352.993 Einheiten. Der Umsatz fiel ebenso spürbar von gut 13,8 Milliarden Euro im ersten Quartal 2019 auf nun knapp 12,5 Milliarden Euro.

Die VW-Tochter konnte zwischen Januar und März mit 15 Millionen Euro gerade noch so einen Gewinn erzielen. Ein Jahr zuvor hatte das operative Ergebnis noch 1,1 Milliarden Euro betragen. Immerhin: Der Netto-Cashflow präsentierte sich mit 952 Millionen Euro vergleichsweise stabil.

Hersteller rechnet weiter mit harten Zeiten

Entscheidend dazu beigetragen hatte allerdings der interne Verkauf der AEV GmbH an den Volkswagen-Konzern für 650 Millionen Euro. Die Netto-Liquidität der Ingolstädter lag zum 31. März 2020 bei knapp 18,8 Milliarden Euro. Damit ist sie seit dem 31. Dezember 2019 bereits um fast drei Milliarden Euro gesunken.

In den kommenden Monaten rechnet Audi weiter mit harten Zeiten. Mit Blick auf das Gesamtjahr geht der Hersteller vor dem Hintergrund der andauernden Pandemie von einer negativen Wachstumsrate der Weltwirtschaft und einer signifikant niedrigeren Nachfrage auf den weltweiten Pkw-Gesamtmärkten aus. Deshalb erwartet die VW-Tochter, dass ihre Auslieferungen, die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis deutlich unter den jeweiligen Vorjahreswerten liegen werden.

Audi baut Online-Vertrieb aus

Leise Hoffnung macht Audi derzeit der Blick nach China. Dort seien alle Händlerbetriebe wieder geöffnet und der Markt zeige Zeichen der Erholung. Mit Maßnahmen wie dem Onlineverkauf von Neuwagen-Lagerfahrzeugen, virtuellen Showrooms und der Live-Beratung baut der Hersteller gemeinsam mit seinen Partnern das digitale Vertriebsgeschäft weiter aus.

Erste Erfolge sind dabei im Reich der Mitte zu erkennen. Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann hatte zuletzt erklärt, Audi habe dort die Online-Verkaufszahlen aus dem Gesamtjahr 2019 bereits jetzt um 19 Prozent übertroffen. Eine Sprecherin sagte auf Nachfrage von »kfz-betrieb«, dass Audi bisher rund 10.000 Einheiten in diesem Jahr in China alleine über das Internet verkauft hat.

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