Gebrauchte BEV Auf Jahreswagen springen die Kaufinteressenten an

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Lage auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist für BEV weiterhin schwierig. Junge Gebrauchte allerdings werden von den Interessenten genau unter die Lupe genommen. Aus mehreren Gründen.

Elektrische Gebrauchtwagen sind schwierig zu vermarkten – es sei denn, es sind Jahreswagen.(Bild:  Renault)
Elektrische Gebrauchtwagen sind schwierig zu vermarkten – es sei denn, es sind Jahreswagen.
(Bild: Renault)

Die Gebrauchtwagenkunden bleiben weiterhin reserviert gegenüber elektrischen Fahrzeugen. Allerdings gibt es laut dem aktuellen Marktbarometer der DAT Hoffnung, dass sie sich nach und nach für diese Antriebsart öffnen. Denn Elektroautos im Jahreswagen-Alter sind für Gebrauchtwagen-Kaufinteressenten zunehmend von Interesse. E-Autos, die jünger als zwölf Monate sind, kommen inzwischen für 51 Prozent der Deutschen mit Pkw-Kaufabsichten in Frage. Vor einem Jahr lag deren Quote bei 44 Prozent – vor drei Jahren waren es nur 30 Prozent. Der Nachteil: Das Angebot an diesen Modellen ist gering.

Offenbar sehen die Kunden bei einem Jahreswagen weniger Grund zur Sorge vor einer technischen Alterung des Autos – sei es nun wegen eines partiellen Funktionsverlusts der Batterie oder einer zu geringen Kapazität im Vergleich zu Neuwagen. Eine „veraltete Technologie“ geben 34 Prozent der für das DAT-Barometer Befragten als Grund an, warum für sie BEV-Gebrauchtwagen nicht in Frage kommen. Dementsprechend fassen ältere gebrauchte BEV (älter als 12 Monate) derzeit nur 13 Prozent ins Auge – eine Steigerung um nur einen Prozentpunkt seit dem vergangenen Jahr.

Spannend ist der Preisaspekt hinsichtlich der Vermarktung gebrauchter BEV. 36 Prozent halten diese Autos generell für „momentan noch zu teuer“. 23 Prozent erkennen noch nicht einmal einen signifikanten Preisvorteil gegenüber Neuwagen – und 12 Prozent vermissen attraktive Leasingangebote. Das könnte sich künftig ändern. Denn nach den Beobachtungen der DAT geht die Strategie vieler Hersteller in Richtung GW-Leasing für junge E-Gebrauchtwagen. Allerdings ist es mit ein paar Euro Preisnachlass nicht getan. Das Gebrauchtwagen-Leasing für ein BEV müsste im Vergleich zum Neuwagenleasing mindestens 30 Prozent günstiger sein, hat das DAT-Barometer ermittelt.

Preissenkungen sprechen Kunden an

Grundsätzlich ist das Thema BEV bei den privaten Käufern aber in Bewegung, auch wenn die Neuzulassungszahlen für E-Fahrzeuge derzeit in den Keller gehen. Immerhin 40 Prozent der Befragten gaben an, dass die Preissenkungen für BEV durch die Hersteller zu einer intensiveren Beschäftigung mit der Antriebsart geführt habe. Sechs von zehn BEV-Interessenten tendieren dennoch zu einem Neuwagen. 32 Prozent machen sich über die Auswirkungen auf die Umwelt Gedanken, verbunden mit einem schlechten Gewissen bei der Neuanschaffung eines Verbrenners.

Die Hauptvorbehalte gegen BEV sind gleichzeitig stabil ausgeprägt. 65 Prozent der Befragten monieren, dass es weiterhin an bezahlten BEV fehlt. Und für 60 Prozent ist die Ladeinfrastruktur noch zu problematisch. Wer nicht zu Hause laden kann, schließt den Kauf eines BEV – ob nun neu oder gebraucht – überwiegend aus.

Unter dem Strich ist die Zahl der BEV-Besitzumschreibungen bislang überschaubar: 44.000 wechselten seit Jahresbeginn den Besitzer – bei den Verbrennern gab es knapp zwei Millionen Halterwechsel. Neben dem aktuellen Preis und der Gefahr einer „veralteten Technologie“ stehen „zu langen Ladezeiten“ und die Gefahr eines „geringen Wiederverkaufswerts“ und zu kurze Garantiezeiten einem höheren Interesse an gebrauchten BEV im Wege.

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