Challenger Außen Kastenwagen, innen Teilintegrierter

Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Kompakte Reisemobile sind „in“. Gute Voraussetzungen für den Combo X150, mit dem die französische Marke Challenger ein neues Fahrzeugkonzept kreiert hat, das irgendwo zwischen Kastenwagen und Camper-Van angesiedelt ist.

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Der Challenger Combo X150 positioniert sich zwischen Kastenwagen und kompaktem Teilintegrierten und wird ausschließlich in Komplettausstattung für rund 60.000 Euro angeboten.
Der Challenger Combo X150 positioniert sich zwischen Kastenwagen und kompaktem Teilintegrierten und wird ausschließlich in Komplettausstattung für rund 60.000 Euro angeboten.
(Bild: Challenger)

Die französische Reisemobilmarke Challenger, die in Deutschland über Trigano-Haus vertrieben wird, hat sich in der Vergangenheit mit innovativen Wohnideen einen Namen gemacht. Zur neuen Saison überraschen die Gallier mit einem neuartigen Konzept, das in der Pkw-Branche als „Crossover“ gehandelt würde. Der Challenger Combo X150 positioniert sich zwischen Kastenwagen und kompaktem Teilintegrierten und wird ausschließlich in Komplettausstattung für rund 60.000 Euro angeboten.

Was hat Challenger in den vergangenen Jahren nicht schon an außergewöhnlichen Grundriss-Lösungen auf den Markt gebracht. Eine freistehende Küche etwa in der Wagenmitte, mittig platzierte Längs-Hubbetten oder eine Viertürer-Variante für das Fahrerhaus, um nur die spektakulärsten Details zu nennen. Mutige Entwürfe. Für eine oft konservative Wohnmobil-Klientel wohl zu mutig – weshalb die betreffenden Modelle bei eher bescheidenen Absatzerfolge bisweilen schnell wieder in der Versenkung verschwanden.

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Das könnte beim Combo X150 anders sein. Denn erstens verspricht er das Beste aus jenen beiden Welten, die aktuell den größten Wachstumsmotor für den Reisemobil-Boom ausmachen, sprich: Einerseits bei sechs Meter Länge und nur 2,10 Meter Breite die Kompaktheit und Agilität eines ausgebauten Kastenwagens sowie andererseits den Wohnkomfort eines Camper-Vans in teilintegrierter Bauart.

Und zweitens erschließt die Reisemobilbranche, aktuell forciert durch die Corona-Pandemie, mit dem Run auf die Kompaktfahrzeuge gerade eine deutlich jüngere Zielgruppe, die neuen Ideen vielleicht offener gegenübersteht.

Lounge-Sitzgruppe für bis zu sieben Personen

Mit dem fließenden Übergang vom Fiat-Ducato-Fahrerhaus zum schicken, schwarzweißen Aufbau mit mattschwarzen Alu-Felgen und kurzen Überhängen wirkt der Challenger auf den ersten Blick tatsächlich wie ein Kastenwagen. Umso mehr überrascht der zweite Blick ins Innere des Wohnmobils. Von der Enge üblicher Transporter-Ausbauten ist hier nichts zu spüren.

Eine so großzügige Lounge-Sitzgruppe mit zwei gegenüberliegenden Längssitzbänken, an denen fünf, mitsamt den drehbaren Frontsesseln sogar sieben Personen bequem Platz nehmen könnten, gab es in diesen Fahrzeugdimensionen bisher noch nicht. Diese Sitzanordnung garantiert mit dem sich anschließenden Küchenblock auf der Fahrerseite ein weitschweifiges Raumgefühl.

Zu realisieren war das natürlich nur, indem auf fest installierte Betten im Heck verzichtet wurde und stattdessen ein elektrisches Hubbett, üppig dimensioniert im 1,90 x 1,40 Meter großen Doppelbettmaß, zur Nachtruhe über der Sitzgruppe heruntergelassen wird. Ein typisches Merkmal eines Teilintegrierten – ebenso übrigens wie der Dusch-/Toilettenraum über die gesamte Wagenbreite im Heck. Und einen großen 134-Liter-Kühlschrank findet man ebenfalls in keinem Kastenwagen.

Zweierbesetzung als ideale Kombination für die Reise

Auch wenn eine Zweierbesatzung die ideale Kombination für die Reise sein dürfte, können im Challenger X150 bis zu vier Personen mitfahren. Für unterwegs werden dazu die beiden Sitzbänke zu zwei Einzelsitzen in Fahrtrichtung umgebaut, die selbstverständlich mit Dreipunktgurten gesichert sind und dank Isofix auch mit ausladenden Kindersitzen bestückt werden können.

Nachts muss erneut Hand angelegt werden, um die Sitzgruppe dann in ein zusätzliches Doppelbett umzuwandeln. Das Hubbett wird dann in einer Mittelposition arretiert. So entsteht ein Etagenbett für vier, möglichst nicht klaustrophobisch veranlagten Zeitgenossen.

Wenig Stauraum für Gepäck

So wie jedes Reisemobil-Format letztlich einen Kompromiss darstellt, muss auch der X150-Kunde zu gewissen Zugeständnissen bereit sein. Da die Dachstauschränke über der Sitzgruppe wegen des Hubbetts wegfallen, müssen zwei raumhohe Kleiderschränke vor dem Waschraum für fast alle mitzunehmenden Klamotten und Utensilien ausreichen.

Das kann eng werden, zumal durch das wagenbreite Bad ja auch keine Garage oder ein entsprechend großer Raum für sperrige Gegenstände vorhanden sind. Das von der Fahrerseite aus zugängliche Staufach nimmt bestenfalls einen kleinen Campingtisch und zwei Stühle auf.

Wer Fahrräder in den Urlaub mitnehmen will, lässt am besten eine Anhängerkupplung mit dem entsprechenden Fahrradträger anbringen. Das Hubbett ist optisch zwar so gut eingepasst, dass es in der Tageskonfiguration kaum wahrnehmbar ist, die Stehhöhe darunter lässt aber bereits Personen mit 1,85 Meter Größe den Kopf einziehen.

Der X150 passt bestens in die Zeit

Vom Handling her ein kompaktes Wohnmobil in der 3,5-Tonnen-Klasse und mit einem Leergewicht von 2.700 Kilogramm nahe am Kastenwagen, vom Wohnkomfort samt Deko-Elementen, LED-Leuchten, USB-Steckdosen, GFK-Aufbau und Isolierung eher auf dem Niveau eines Teilintegrierten, passt bestens in die Zeit. Allerdings wird der Challenger Combo X150 nur in Komplettausstattung, die mit Ausnahme von Markise und Sat-TV-Anlage alles Wesentliche inklusive eines Connect-Pakets mit DAB-Radio und Touchscreen beinhaltet, für 60.000 Euro angeboten.

Als Option gibt es lediglich zwei Ausstattungspakete, ein umfangreiches Assistenten-Paket für 1.450 Euro sowie ein Automatik-Paket für 5.000 Euro mit der neuen Neungang-Automatik von ZF in Kombination mit dem stärkeren Ducato-Motor (118 kW/160 PS).

Mit einer Roadshow durch Deutschland von März bis Juni beginnt die Bestellphase für den X150. Die ersten Auslieferungen sollen im Dezember erfolgen. Wie üblich innerhalb der Trigano-Gruppe wird das identische Modell auch von der Schwestermarke Chausson angeboten. Dort firmiert es allerdings unter der Typenbezeichnung X550.

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