Auto Amthauer erhöht Auslastung mit Klassiker-Preisen

Autor: Jan Rosenow

Volvo-Händler Uwe Amthauer setzt neue Konzepte wie den Volvo Personal Service vorbildlich um und entwickelt zugleich Serviceideen wie vergünstigte Werkstattpreise für ältere Autos. Dieser Mix sorgt für einen Platz unter den Top Ten beim Service Award 2019.

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Auto Amthauer hat in Hanau einen Volvo-Betrieb zum Vorzeige-Betrieb der Skandinavier entwickelt und dazu den „Volvo Personal Service“ noch ein wenig entwickelt.
Auto Amthauer hat in Hanau einen Volvo-Betrieb zum Vorzeige-Betrieb der Skandinavier entwickelt und dazu den „Volvo Personal Service“ noch ein wenig entwickelt.
(Bild: Rosenow/»kfz-betrieb«)

Skandinavien ist in. Ob Design, Popmusik, Küche oder Innenarchitektur – die nordischen Länder, die zusammengenommen nicht viel mehr Einwohner haben als Nordrhein-Westfalen, setzen immer wieder Trends, die in der ganzen Welt aufgegriffen werden. In der Autowelt ist die Marke Volvo, auch wenn sie jetzt zum chinesischen Geely-Konzern gehört, die Verkörperung Skandinaviens: Klares, unverwechselbares Design, hohe Qualität und Langlebigkeit sind die Werte, die viele Autofahrer mit Volvo verbinden und die der Marke in den letzten Jahren einen erstaunlichen Aufschwung beschert haben.

Natürlich müssen auch die Händler diesem Markenbild entsprechen. Eine schicke Innenausstattung mit klaren Linien und hochwertigen Materialien ist gefragt, gleichzeitig aber auch die familiäre Gemütlichkeit, die man eben mit Skandinavien verbindet. Ein kühler, prozessoptimierter Glaspalast wäre da fehl am Platz.

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In diesem Sinne ist Auto Amthauer aus Hanau ein perfekter Volvo-Händler, und der Inhaber Uwe Amthauer ein echter Markenbotschafter. Der Unternehmer lebt Volvo mit Haut und Haar. Er ist im Volvo-Betrieb seines Vaters in Frankfurt aufgewachsen, und als das Unternehmen im Jahr 2000 seinen Vertrag verlor, machte er als freier Volvo-Spezialist weiter. Doch die zweite Chance kam schließlich im Jahr 2013, als der Markenkollege im nahen Hanau aufgeben musste. Uwe Amthauer übernahm Betrieb und Vertrag und schuftete anschließend jahrelang am absoluten Limit, um die heruntergewirtschaftete Bude zukunftsfähig zu machen.

Das ist ihm zweifellos gelungen. Schafften 2013 gerade einmal sieben Mitarbeiter in Hanau, sind es heute bereits 22. Und der Betrieb ist für die wachsenden Verkaufszahlen und das erfolgreiche Servicegeschäft eigentlich schon zu klein.

Ein echter Fan des Volvo Personal Service

Seitdem der wirtschaftliche Turnaround geschafft ist, kümmert sich Uwe Amthauer verstärkt darum, das Servicegeschäft zu verbessern. Im Volvo-Netz hebt er immer als einer der ersten den Finger, wenn es darum geht, neue Konzepte auszuprobieren – beispielsweise den Volvo Personal Service (VPS). Hier ist die Rolle der Werkstattmitarbeiter eine ganz andere als üblich: Statt alleine an einem Kundenfahrzeug zu arbeiten, treten die Kfz-Mechatroniker bei der Annahme und der Rückgabe des Fahrzeugs in den direkten Dialog mit den Kunden. Und sie arbeiten immer im Zweierteam am Kundenauto.

Zusätzlich wird die Werkstatt auf kurze Laufwege hin optimiert und die Teilebelieferung verbessert – alles im Sinne einer höheren Effizienz und kürzerer Werkstattaufenthalte. Uwe Amthauer hat sich schon nach kurzer Zeit zu einem echten VPS-Fan entwickelt, denn das Konzept bietet aus seiner Sicht noch eine Reihe weiterer Vorteile: „Die Mechaniker mussten sich erst an den direkten Kundenkontakt gewöhnen, aber jetzt blühen sie richtig auf! Die Arbeit macht ihnen mehr Spaß, und die Zufriedenheit steigt. Die Annehmer werden entlastet, und nicht zuletzt sieht die Werkstatt schöner aus.“

Auch Kilometer-Millionäre kommen zu Amthauer

Doch auch eigene Ideen setzt Amthauer erfolgreich um. Während VPS sich eher an Neuwagenkunden richtet, von denen die meisten gewerblich genutzt werden, muss er sich um die zahlreichen Privatkunden, die ihren Wagen oft sehr lange nutzen, mit anderen Konzepten kümmern. Dafür hat er die „Volvo Klassiker Preise“ eingeführt. Je älter das Fahrzeug ist, desto höher ist der Rabatt auf den Stundenverrechnungssatz. Pro fünf Jahre Fahrzeugalter gibt es einen Abschlag von zehn Prozent; maximal sind es 40 Prozent. „Dadurch ist die Auslastung der Werkstatt signifikant gestiegen, und wir gewinnen auch neue Kunden mit älteren Fahrzeugen“, resümiert der Unternehmer. Und weil an älteren Autos oft der Ersatzteilumsatz höher ist, kommt der Betrieb trotzdem auf seinen Schnitt.

Service Award 2019: Veränderung bringt Vorsprung
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Die Ersatzteilversorgung sei übrigens kein Problem. Volvo wolle auch die älteren Fahrzeuge auf der Straße halten und kann fast alles liefern; zusätzlich gibt es freie Teilespezialisten. „Der Spitzenreiter in unserer Kundschaft ist der Fahrer eines 940ers mit 970.000 Kilometern“, berichtet Uwe Amthauer. Dem gleichen Ziel – ältere Fahrzeuge auf der Straße zu halten – dient auch die Dieselnachrüstung, die der Volvo-Händlerverband in Zusammenarbeit mit dem Importeur und dem Zulieferer Dr. Pley angestoßen hat. Zwar gibt es keine finanzielle Förderung, aber das Nachrüstset steht bereit und das Kundeninteresse ist durchaus gegeben: Uwe Amthauer berichtet allen in seiner Kundschaft von mindestens 15 Interessenten.

Elektrospezialist im Schweden-Netz

Mal sehen, ob die Elektroautos von Volvo künftig auch solche hohen Laufleistungen erreichen. Mit dem XC40 haben die Schweden nun ihr erstes batterrieelektrisches Modell angekündigt; mit Plug-in-Hybriden war Volvo sogar einer der ersten Anbieter auf dem Markt. Amthauer ist auch Elektroauto-Spezialist im Netz der Schweden. Ein Plug-in-Hybrid ist übrigens auch die kleine Zweitmarke, die der Betrieb seit Kurzem führt: Der Hersteller der bekannten London Taxis gehört ebenso wie Volvo zu Geely, und die Fahrzeuge basieren auf Volvo-Technik. Amthauer verkauft und repariert die markanten Modelle, die als Taxi oder Kleintransporter durchaus gute Marktchancen haben.

Das Ziel des Unternehmers ist es, in den nächsten fünf Jahren die Absatzzahlen zu verdoppeln. Damit stößt er aber an die Grenzen des 2013 erworbenen Betriebs. Für 2020 ist deshalb eine große Erweiterung geplant. Ziel ist es, einen zweiten Standort für die Gebrauchtwagenabteilung zu schaffen. Mit dem Schwung durch die erfolgreiche Teilnahme am Service Award im Rücken dürfte das nun sicher auch noch gelingen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group