Auto-Scholz: Mehrmarkenkompetenz mit Strategie

Redakteur: Wolfgang Michel

1984 enstand in Liegnitz der erste Auto-Scholz-Betrieb. Nach dem Krieg fand die Firma 1946 ihren Hauptsitz in Bamberg, inzwischen sind 15 weitere Filialen dazugekommen. Mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, Audi, Porsche, Chrysler Jeep, Dodge und Peugeot fühlt sich Geschäftsführer Michael Eidenmüller dabei gut positioniert.

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Im Besprechungszimmer hängt ein Gemälde an der Wand, das die lange Tradition des Autohändlers als Mercedes-Benz-Partner künstlerisch festhält. Zu sehen ist Hermann Scholz, wie er mit Carl Benz einen Automobil-Liefervertrag abschließt. Scholz war damit einer der ersten Benz-Vertreter der Welt. Die Szene datiert aus dem Jahre 1904. Bereits zehn Jahre zuvor eröffnete Scholz im niederschlesischen Liegnitz eine „Werkstätte für die Reparatur von Automobilen“.

Geschäftsführer Michael Eidenmüller beschreibt Bamberg als Keimzelle der Expansion: „Hier sind wir historisch gewachsen.“ Ab 1965 zählten neben dem Hauptbetrieb in der Bischofsstadt vier weitere Filialen in Oberfranken zu Auto-Scholz. Den Schritt hin zur größeren Unternehmensgruppe vollzog Scholz nach dem Mauerfall. 1992 baute Eidenmüller gemeinsam mit seinem Schwager Michael Pickel in Thüringen sechs Mercedes-Benz-Autohäuser auf der grünen Wiese. Ab 2000 kamen dann nicht nur weitere Mercedes-Benz-Betriebe in Franken hinzu, sondern Auto-Scholz entwickelte sich sukzessive zur echten Mehrmarken-Autohausgruppe. Mit Smart, Chrysler und Mitsubishi hatte man sich bis dahin treu gegenüber den Daimler-Konzernmarken verhalten. Doch als das Geschäft nicht bei allen Marken wie erhofft lief, suchte Eidenmüller nach anderen Fabrikaten. Im Vorfeld gab es für ihn drei Fragen zu klären:

1. Welche Marken sind in unserem Gebiet frei?

2. Was passt eigentlich zu uns?

3. Welche Strategien wollen wir entwicklen, um Auto-Scholz als Mehrmarken-Unternehmen zu positionieren?

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Heute lautet seine Antwort: „Wir wollen kein Sammelsurium von Marken im Unternehmen. Denn jede Marke hat ihre Eigenständigkeit. Das fängt bei den IT-Systemen an und endet bei den unterschiedlichen Philosophien.“ Mehr Marken bedeuten für den Unternehmenslenker somit nicht Willkür, sondern „dass die Dinge zusammenpassen müssen.“ Ferner heißt es, „dass der Fokus im Premiumsegment und/oder bei Fabrikaten mit hohen Marktanteilsquoten liegt.“ Zusammenfassend sagt Eidenmüller: „Wir reichern unsere Hauptmarke Mercedes-Benz mit Marken an, die nicht im unmittelbaren Wettbewerb stehen. Dabei gibt es aber durchaus Segmente, die sich überschneiden und dennoch gegenseitig ergänzen.“

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