Autohaus Bernegger: Neubau für Jeep und Alfa

Rosenheimer Familienbetrieb erweitert

| Autor: Jens Rehberg

400 geladene Gäste kamen am Freitag zur Eröffnung des neuen Schauraums.
400 geladene Gäste kamen am Freitag zur Eröffnung des neuen Schauraums. (Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Viel größer kann man einen architektonischen Kontrast eigentlich nicht aufspannen: Auf der einen Straßenseite der Stammbetrieb, auf dessen voralpenländischer Wohnhausfassade über der Fabrikatssignalisation die Wandmalerei eines drachentötenden Sankt Georgs prangt. Auf der anderen Straßenseite der neue FCA-Schauraum mit einer Fassade aus Glas und mattschwarzen Aluminium-Verbundplatten. Die Geschwister Bernegger betreiben ein etwas besonderes Geschäft. Vor kurzem sind sie in Mailand erst wieder von Fiat Chysler ausgezeichnet worden – für die höchste Kundenzufriedenheit im deutschen FCA-Netz. Die lokalen Marktanteile der fünf von ihnen vermarkteten FCA-Fabrikate liegen sowieso deutlich über dem Bundesschnitt.

Zwei Millionen Euro hat die Familie Bernegger in den Neubau und die Umgestaltung des Außenbereiches inklusive E-Ladesäulen-Vorbereitung investiert. Und so ist mitten in einem Rosenheimer Wohngebiet ein neuer Jeep- und Alfa-Romeo-Verkaufsstandort entstanden, der den Premium-Modellen des US-italienischen Herstellers eine zeit- und CI-gemäße Bühne bieten soll.

„Endlich konnten wir mal frei bauen“, schwärmt Siegfried Bernegger. Zuvor hatte sich die Familie darauf beschränkt, jahrzehntelang ihren Stammbetrieb Stück für Stück zu erweitern. Die sich über den Erdgeschossraum von mittlerweile vier Wohnhäusern erstreckende Verkaufsfläche gehört künftig wieder allein Fiat, Abarth und Fiat-Professional. Der Innenraum des Stammbetriebs ist extrem verwinkelt und hat eine normale Deckenhöhe, was ein branchenunüblich wohnliches Ambiente in den Schauraum bringt. Uschi Bernegger-Schneider betont diesen Charakter noch durch raffiniert platzierte Einrichtungsdetails, die auch ein herkömmliches Wohnzimmer aufwerten würden.

Die für die Familie beachtliche Investitionsumme in das neue Gebäude war laut der Unternehmerin in erster Linie „eine emotionale Entscheidung“. Mal ganz abgesehen von der guten Jeep-Konjunktur stehen die Berneggers felsenfest zur traditionsreichen Marke Alfa Romeo, die bei vielen anderen FCA-Partnern mangels strategischer Konsistenz ein massives Glaubwürdigkeitsproblem hat. „Das Fabrikat steht nach wie vor für ganz große Emotionen – diese Strahlkraft wirkt sich positiv auf unser allgemeines Betriebsimage aus", sagt Uschi Bernegger-Schneider. Dabei verkaufen die Rosenheimer trotz dünner Produktpalette derzeit schon jährlich zwischen 60 und 70 neue Alfas – bei insgesamt rund 450 Neuwagen.

Und selbst wenn die Marke in den kommenden Jahren noch tiefer in die Krise rutschen sollte – „wir könnten das verkraften“, so Siegfried Bernegger. Denn die Eigenmarke des Familienbetriebs steht felsenfest im regionalen Kfz-Markt. „Dann würden wir eben etwas anderes verkaufen“, sagt der Händler. Zudem sei der Neubau sehr solide finanziert und mache keine Personalaufstockung notwendig. Die Berneggers machen mit ihren 28 Mitarbeitern weiter – davon gehören 8 zum engeren Familienkreis.

Die nächsten Bauprojekte hat Siegfried Bernegger bereits geplant: In einem räumlich abgetrennten Teil des Neubaus soll der Servicebereich des Autohauses erweitert werden. Zu den bisherigen sechs Werkstattarbeitsplätzen in einem Nebengebäude kommen nochmal drei Spenglereiplätze für Karosseriearbeiten hinzu – Bernegger will sich künftig verstärkt zusätzliche Schadenfälle von Versicherungspartnern hereinholen. Zudem soll im Außenbereich eine neue Waschstraße entstehen. Außerdem soll das Teilelager erweitert und um ein Reifenlager ergänzt werden.

Den individuellen Charme und die damit verbundene Erfolgsgeschichte des oberbayrischen Kfz-Betriebs würdigte FCA-Deutschland-Chefin Maria Grazia Davino am Freitagabend anlässlich der offiziellen Eröffnungsfeier mit einem bemerkenswerten Statement: „Es gibt Vorgaben und es gibt Interpretationen der Vorgaben.“ Da Letzteres vor Ort offensichtlich „mit viel Geschmack und Liebe“ praktiziert werde, hat die Managerin in diesem Fall nichts gegen eine Abweichung von den Standards einzuwenden.

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