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Autohaus Heinrich Göbel: Ein Serviceprozess für alle Marken

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Mercedes, Mitsubishi und Automeister unter einem Dach: Das Autohaus Heinrich Göbel in Langen kombiniert erfolgreich Servicekonzepte und verfolgt eine ausgetüftelte Digitalstrategie – damit überzeugte es die Jury des Service Awards.

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Das Göbel-Team in Langen ist spezialisiert auf Elektromobilität: vom kleinen E-Flitzer bis zum Plug-in-Hybrid-SUV.
Das Göbel-Team in Langen ist spezialisiert auf Elektromobilität: vom kleinen E-Flitzer bis zum Plug-in-Hybrid-SUV.
(Bild: »kfz-betrieb«/Schweitzer)

Guter Service kennt keine Marken: ein Leitmotiv, das man beim Autohaus Göbel in Langen bei Frankfurt erfolgreich umgesetzt hat. Ursprünglich ist der zur Göbel GmbH gehörende Betrieb Mercedes-Benz-Servicepartner. 2008 hat man bereits den japanischen Hersteller Mitsubishi mit ins Haus geholt. Das Langener Göbel-Team verkauft zwar Neu- und Gebrauchtfahrzeuge beider Hersteller – der Fokus liegt jedoch auf dem Servicegeschäft. Um sich hier zusätzlichen Umsatz zu sichern, hat man sich dem Franchisesystem Automeister angeschlossen. Dieses weiß das Unternehmen durch eigenständige Servicekonzepte gewinnbringend mit dem bestehenden Markenservicegeschäft zu verknüpfen.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist für das Autohaus dabei, digitale Prozesse zielstrebig und kreativ umzusetzen und so die verschiedenen Servicekonzepte in einem weitgehenden einheitlichen Werkstattprozess abzubilden. Lange suchte das Team um Serviceleiter Volker Peters nach einem Dealer-Management-System (DMS), das es erlaubt, die digitalen Anforderungen, die Mercedes-Benz an den Serviceprozess stellt, mit den weitgehend analogen Abläufen von Mitsubishi und Automeister zu vereinen. Schließlich laufen alle Aufträge in der Werkstatt zusammen und die Monteure müssen sie einheitlich abwickeln.

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Mit der Software des Anbieters Cidcar hat Göbel das passende System für sich gefunden – seit September dieses Jahres ist es im Einsatz. Auch die ersten Arbeitsplätze der Monteure sind mit Tablets ausgestattet, um das System schrittweise in der Werkstatt zu etablieren. Wie Serviceleiter Wofgang Peters erklärt, sei man zudem nicht mehr von verschiedenen Tools abhängig, wie etwa für die Buchhaltung oder die Reifeneinlagerung.

Für den Serviceprozess hat das Göbel-Team beispielsweise die Mitsubishi-Wartungsblätter digitalisiert. Das ermöglicht es, papierlos auf dem Tablet zu arbeiten, und die Kunden erhalten wie vom Hersteller vorgesehen einen Ausdruck. „Damit haben wir bei Mitsubishi und Automeister übernommen, was wir aus der Mercedes-Welt kennen“, sagt Peters.

Aushängeschild Hochvolt-Kompetenz

Ein weiteres Aushängeschild der Langener ist ihre Hochvolt-Kompetenz: Von den sechs Standorten der Göbel-Autohausgruppe ist hier das Know-how für die Reparatur und Wartung von Elektrofahrzeugen gebündelt. Auch wenn die Hessen die Elektromobilität noch als Zusatz zum konventionellen Geschäft sehen, sind sie von der Technik überzeugt. So fährt beispielsweise die Göbel-Geschäftsführung Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. Der Geschäftsführer Stefan Göbel erklärt: „Wir haben die Elektromobilität komplett bei uns aufgenommen und versuchen auch hier, neue und eigene Konzepte zu entwickeln.“

Ein solches Konzept sind die kleinen E-Fahrzeuge des italienischen Herstellers Birò, die das Autohaus seit drei Jahren am Standort Langen verkauft. Stefan Göbel sah vor einigen Jahren die kleinen vierrädrigen Zweisitzer in Amsterdam im Einsatz und war von den Elektroflitzern begeistert. Sie dürfen ab 16 Jahren gefahren werden und benötigen lediglich ein Versicherungskennzeichen.

Spannung bis zum Schluss

Mit diesem Konzept und seinem erfolgreichen Servicegeschäft insgesamt hat es das Autohaus Heinrich Göbel in die Top Ten beim Service Award geschafft, Deutschlands wichtigstem herstellerneutralen Preis für das Werkstattgeschäft im Markenautohaus. Zu dem dreistufigen Bewerbungsverfahren, welches das Autohaus dafür absolvieren musste, gehörten eine Onlinequalifikation, eine umfangreiche Befragung sowie ein Jurybesuch durch die Redaktion von »kfz-betrieb« zusammen mit Vertretern der Sponsoren Loco-Soft und TÜV Nord. Die genaue Platzierung erfahren alle Bewerber erst bei der Preisverleihung am 23. November 2020.

Am Tag nach der Preisverleihung, dem 24. November 2020, finden die Autoservicetage statt. Das herstellerneutrale und markenübergreifende Forum für Servicemanagement nutzen Inhaber, Geschäftsführer und Serviceleiter aus Autohäusern sowie Experten und Dienstleister aus der Kfz-Branche, um über ihr Aftersales-Geschäft zu diskutieren. Das Thema 2020 ist die Elektromobilität.

Corona-bedingt haben wir uns entschlossen, die Autoservicetage erstmals ausschließlich online stattfinden zu lassen. Auf einer speziell programmierten Webplattform können Sie die Vorträge via Livestream am heimischen Bildschirm verfolgen und sich mittels Chatfunktion interaktiv in das Geschehen einbringen oder Livechat-Termine mit anderen Teilnehmern verabreden. Sponsoren und Aussteller haben die Möglichkeit, sich in einem digitalen Showroom zu präsentieren. Im Nachgang zu den Autoservicetagen bekommen alle Gäste die Vorträge nochmals auf einer Onlineplattform zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Prüforganisation Dekra und dem Werkstattausrüster Maha. »kfz-betrieb«-Abonnenten erhalten 30 Prozent Nachlass auf die Teilnahmegebühr. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.autoservicetage.de im Internet.

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Über den Autor

Dr. Holger Schweitzer

Dr. Holger Schweitzer

Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG