Autohaus Reintges: Verbindungen statt Wettbewerb

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Die systemische Strategie greift aber im Kia- und Ford-Autohaus noch viel tiefer: Klaus-Peter Reintges und Musa Aktas wenden auch einen systemisch-konstruktivistischen Führungsstil an. „Systemisch heißt in dem Fall, dass es um lebendige Systeme geht – um Menschen, Organisationen und Märkte. Konstruktivistisch bedeutet, dass die Realität multiperspektivisch ist. Konkret bedeutet das, dass wir unser Unternehmen lösungs- und gegenwartsorientiert statt analytisch-vergangenheitsbezogen führen“, erklärt Klaus-Peter Reintges, der selbst systemischer Coach ist.

Systemisches statt statisches Organigramm

Die Geschäftsführer legen großen Wert auf eigenständig agierende und mitdenkende Mitarbeiter. „Wir entwickeln unsere Mitarbeiter so weiter, dass sie eigene Ideen haben, statt mit Problemen zu uns kommen“, fügt Reintges hinzu. Auch die Unternehmensstruktur hat der Betrieb an seinen systemischen Führungsstil angepasst: – weg von einem statischen hin zu einen systemischen, dynamischen Organigramm. Es gibt keine klassische Matrix, bei der die Geschäftsführer oben und die Abteilungen unten stehen. Es gibt auch keinen Betriebs- oder Verkaufsleiter. Die beiden Geschäftsführer stehen in der Mitte und sind im wechselseitigen Kontakt zu den Mitarbeitern, die im Neuwagen-, Gebrauchtwagen-, Service- und Teilegeschäft zuständig sind sowie zur Verwaltung.

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Zum systemisch-konstruktivistischen Führungsstil zählt auch eine hohe Transparenz. Die Mitarbeiter wissen genau, wo sie stehen, und kennen die Unternehmenskennzahlen. Zur hohen Transparenz im Vertrieb trägt die selbst entwickelte Software Sales-Manager bei, mit der das Autohaus alle Verkaufsprozesse abbildet. Dazu zählen unter anderem die Vor- und Nachkalkulation, das Bestandsmanagement oder die Provisionsabrechnung. Auch für seine Liquiditätsplanung nutzt der Betrieb das Programm – natürlich markenübergreifend. „Jeder Verkäufer sieht beispielsweise genau, wie viele Fahrzeuge er mit wie viel Bruttoertrag verkauft hat“, bemerkt Aktas.

Adressen immer auf dem aktuellen Stand

Groß geschrieben wird auch das Kundenbeziehungsmanagement. Die Basis dafür bildet ein Kundenstamm, der unter anderem dank der Erfassung von Postretouren und telefonischen Nachfassaktionen immer aktuell ist. Auch im Kundenbeziehungsmanagement hat der Betrieb gute Erfahrungen mit der systemischen Strategie gemacht. Kommt es zu einer Beschwerde, findet immer ein Dreiergespräch statt: mit dem Kunden, dem betreffenden Mitarbeiter und dem Geschäftsführer. „Die Haltung der Geschäftsleitung ist dabei strikt lösungsorientiert und allparteiisch und es gibt eine klare Trennung zwischen der Beziehungs- und der Sachebene.“ All das erklärt, warum das Motto von Reintges „Menschen miteinander verbinden“ lautet. „Gute Produkte sind wichtig, aber entscheidend für den Unternehmenserfolg sind die Menschen“, betont Aktas.

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