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Autohaus Reintges: Verbindungen statt Wettbewerb

| Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Der Essener Ford- und Kia-Betrieb setzt im Marketing und in der Unternehmensführung auf die systemische Strategie und schafft es beim Vertriebs Award 2013 auf Rang 6.

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Das Autohaus Reintges in der Rellinghauser Straße in Essen.
Das Autohaus Reintges in der Rellinghauser Straße in Essen.
(Foto: Reintges)

Wer kennt das nicht? Man ist im Tagesgeschäft gefangen und hat weder Zeit noch die Kraft, die Prozesse und Strukturen unter die Lupe zu nehmen und neue Ideen zu entwickeln. Klaus-Peter Reintges und Diplom-Ingenieur Musa Aktas, geschäftsführender Gesellschafter des Essener Ford- und Kia-Autohauses Reintges, haben den Absprung aus ihrem Hamsterrad geschafft und die Unternehmensstruktur, die Unternehmensführung und das Marketing neu auf die Beine gestellt.

In Kooperation mit der englischen Universität Bradford, an der Klaus-Peter Reintges seinen Master of Business Administration (MBA) gemacht hatte, entwickelten die beiden sogenannte systemische Strategien für ihren Betrieb: „In einem System verbinden sich Elemente zu einem Ganzen, das größer ist als die Summe seiner Teile. Die systemische Strategie schafft Verbindungen, damit ein größeres Ganzes entsteht“, erklärt Klaus-Peter Reintges die Theorie.

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Konkret bedeutet das, dass das Autohaus Reintges konsequent auf Verbindungen setzt – es kooperiert intensiv mit den verschiedensten externen Unternehmen, auch anderen Autohäusern, und ist bemüht, die Verbindung zu Sport, zu sozialen Netzwerken, zu Prominenten sowie zu Messen und Events zu stärken. So ist das Unternehmen beispielsweise auf der Essener Motor Show mit einem Stand vertreten, tritt als Sponsor für Vereine auf, beteiligt sich mit einem Team am Essener Firmenlauf oder setzt auf originelle Facebook-Aktionen.

Ein klassischer systemischer Ansatz ist die Gründung einer Werbegemeinschaft mit fünf weiteren Ford-Händlern im Ruhrgebiet – eigentlich Wettbewerber. Damit schlägt Reintges gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die stärkere mediale Präsenz in der Region stärkt die Marke Ford und der Betrieb spart Werbekosten, weil er von den Einkaufsvorteilen großer Anzeigenpakete profitiert. Zwei Agenturen koordinieren die Kampagnen in Abstimmung mit den Ford-Werken. Neben der klassischen Gemeinschaftswerbung in den Tageszeitungen schalten die Händler ganzseitige PR-Berichte und haben eine gemeinsame Website ins Leben gerufen: www.ford-ruhrgebiet.de.

Veranstalter eines großen Radrennens

Maximale Außenwirkung mit minimalen finanziellen Werbemitteln ermöglicht auch die Verbindung mit externen Unternehmen. So hat Reintges beispielsweise im reichweitenstarken Prospekt eines großen regionalen Möbelhauses einen Kia-Neuwagen verlost, dem Essener Prinzenpaar einen Bus zur Verfügung gestellt oder den neuen B-Max in einem angesagten Essener Danceclub vorgestellt. „Dabei achten wir immer sehr genau darauf, dass wir uns nicht im Networking und in schönen Aktionen verlieren. Wir leben schließlich vom Verkauf“, unterstreicht Musa Aktas.

Reintges hat überproportionale Marktanteile in Essen

Ein Paradebeispiel für den systemischen Marketingansatz ist der Kia-Rü-Cup. Dabei handelt es sich um ein Essener Radrennen, das jährlich unter der Regie des Autohauses durchgeführt wird und für das sogar ein ganzes Stadtviertel abgesperrt wird. Die mediale Resonanz riesig – nicht nur, weil auch Radfahrlegenden wie Marcel Wüst oder Erik Zabel mit von der Partie sind, sondern auch, weil das Autohaus Reintges alle Register zieht und beispielsweise Pressekonferenzen im eigenen Autohaus veranstaltet. Die mediale Gesamtreichweite beträgt nach Angaben einer beauftragten Medienagentur 5,2 Millionen.

Einige Ergebnisse der systemischen Marketingstrategie von Reintges: überproportionale Marktanteile – 26,1 Prozent bei Ford-Nutzfahrzeuge und 9,2 Prozent bei Ford Pkw und Kia, eine Verdreifachung des Kia-Neuwagenabsatzes in den vergangenen vier Jahren und ein errechneter Mehrertrag pro Neuwagen in Höhe von 217 Euro. „Das Führen der Verbindungen hat uns zum Platzhirsch in Essen gemacht“, resümiert Reintges.

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