Automechanika 2018: Kampf gegen Produktfälscher

Bereits 727 Artikel sichergestellt

| Autor: Yvonne Simon

Der Zoll macht bei der Automechanika Jagd auf Plagiate.
Der Zoll macht bei der Automechanika Jagd auf Plagiate. (Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Der Zoll ist auch 2018 gut auf der Automechanika beschäftigt. Erste Zwischenbilanz der behördlichen Rundgänge: 62 kontrollierte Messestände führten bis Donnerstagabend zu 47 eingeleiteten Ermittlungsverfahren. Die Zahlen bestätigte die Initiative „Messe Frankfurt against Copying“ im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Bei den Rundgängen geht der Zoll in der Regel zielgerichtet vor. Im Vorfeld und während der Messe melden Schutzrechteinhaber ihren Verdacht an die Behörde. Zoll und Hersteller besuchen den Stand dann gemeinsam. 2018 hat die Behörde bereits 727 Gegenstände sichergestellt und Sicherheitsleistungen in Höhe von 97.500 Euro einkassiert – für den Fall, dass es zu einem Verfahren kommt.

Schwerpunktmäßig stammen die Schutzrechtsverletzungen aus China. Zu den betroffenen Ländern gehören in diesem Jahr bislang zudem Schweden, Spanien, Belgien, die Türkei, der Kosovo, Russland, Taiwan und Marokko. Produktgruppen, die besonders häufig gefälscht werden, sind Scheinwerfer, Wagenheber, Filter, Stoßstangen, Rücklichter, Scheibenwischer und Bremsscheiben.

Zum Ende der Messe am Samstag wird der Zoll insgesamt rund 100 Stände besucht haben und rechnet mit 60 bis 70 Ermittlungsverfahren. Die Zahlen würden sich damit im Rahmen der letzten Automechanika 2016 bewegen. Vor zwei Jahren kam es zu 59 Ermittlungsverfahren.

Um Aussteller auf der Automechanika und weiteren Veranstaltungen bestmöglich über das Thema Produktpiraterie aufzuklären und zu unterstützen, hat die Messe Frankfurt im Jahr 2006 die Initiative „Messe Frankfurt against Copying“ ins Leben gerufen, die auf den großen Eigenveranstaltungen mit eigenem Stand vertreten ist. Im persönlichen Gespräch können sich Betroffene dort beispielsweise über mögliche rechtliche Schritte im Falle einer Rechtsverletzung informieren. Die Messe Frankfurt hat außerdem einen rechtsanwaltlichen Notdienst eingerichtet, der für eine Erstberatung verfügbar ist.

Fälscher agieren immer professioneller

Auf der Automechanika 2018 hat das Team der Initiative bis Donnerstagabend bereits 16 intensive Informationsgespräche an ihrem Stand geführt. In zehn Fällen hat sich der Verdacht erhärtet, so dass die Angelegenheit an einen Rechtsanwalt, den Zoll oder die Polizei weitergeleitet wurde. 2016 hatte die Initiative während der gesamten Messe 29 Gespräche geführt, daraus ergaben sich 25 konkrete Fälle.

Über die letzten Jahre sei die Anzahl der auf der Automechanika gemeldeten Fälle konstant geblieben, „aber die Fälschungen sind über die Jahre generell professioneller geworden“, sagt Silke Müller, Referentin German Pavilions (Messe Frankfurt against Copying) von der Messe Frankfurt. Die Bekanntheit der Initiative ist über die Jahre gestiegen. „Der Fokus ist von der reinen Information immer weiter in Richtung Beratung gerückt“, so Müller weiter.

Automechanika 2018: Längst mehr als ein Schraubertreff

Mit am Stand vertreten ist außerdem der Verein Freier Ersatzteilemarkt (VREI), der die Interessen von Autoteileherstellern und –zulieferern vertritt sowie die Initiative „Manufacturers against Product Piracy“ (MAPP). Letztere wird bislang von 14 Unternehmen, darunter Bosch, Continental, Mahle, ZF und Schaeffler unterstützt und wirbt um weitere Partner. Um die Unterscheidung ihrer Produkte von Fälschungen sicherzustellen, kennzeichnen Teilnehmer der Initiative ihre Originalprodukte mit einem individuellen Barcode. Mit der App „One Identity Plus“ können Anwender den Code scannen und sofort herausfinden, ob sie das Original in der Hand halten, oder doch eine Fälschung.

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