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Autonachfrage in Europa erstmals 2019 gestiegen

| Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

Der europäische Automarkt ist im Mai erstmals im laufenden Jahr gewachsen, insgesamt war es sogar das erste Plus seit acht Monaten. Starker Wachstumstreiber war Deutschland. Von den deutschen Autoherstellern konnte allerdings nicht jeder von der positiven Entwicklung profitieren.

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(Bild: Grimm)

Auf dem europäischen Automarkt ist die Nachfrage im vergangenen Monat zum ersten Mal seit acht Monaten gestiegen. Im Mai legten die Neuzulassungen in der Europäischen Union im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent auf gut 1,4 Millionen Stück zu, wie der Branchenverband Acea am Dienstag mitteilte. Zählt man die Schweiz, Norwegen und Island hinzu (EU + Efta), ergab sich ein marginales Plus von 0,04 Prozent.

Starker Wachstumstreiber war im Mai der deutsche Markt. Hier nahm die Nachfrage um 9,1 Prozent auf knapp 333.000 Autos zu. Bergab ging es in Großbritannien, wo mit knapp 184.000 Autos 4,6 Prozent weniger verkauft wurden.

Wenig euphorisch bewertete Auto-Experte Peter Fuß von der Beratung EY die jüngste Entwicklung auf Europas Automarkt. Obwohl es in vielen Märkten mindestens einen Verkaufstag mehr als im Vorjahresmonat gegeben habe, sei der Absatz kaum gewachsen. „Die Situation auf dem europäischen Neuwagenmarkt ist fragil“, so Fuß. „Großbritannien, Italien und Spanien schwächeln, und angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten und der ungeklärten Brexit-Frage dürfte es auf diesen Märkten im weiteren Jahresverlauf noch stärker abwärtsgehen.“

BMW wächst, Daimler stagniert, Volkswagen schwächelt

Unter den deutschen Autokonzernen legte die BMW-Gruppe mit einem Plus von 8,8 Prozent auf 88.507 Pkw im Vergleich zu Mai 2018 am stärksten zu. Daimler verzeichnete in Europa ein Plus von 0,4 Prozent, Volkswagen musste dagegen über alle Marken ein Minus von 2,1 Prozent auf gut 345.000 Fahrzeuge hinnehmen.

In den kommenden Monaten müssten die Hersteller teilweise mit spürbaren Einbußen bei den Neuzulassungen in Europa rechnen, prognostiziert Peter Fuß. Im Vorjahr hatten die Autokonzerne in den Sommermonaten massiv nicht-WLTP-zertifizierte Neuwagen in den Markt gedrückt und so einen kurzfristigen Boom entfacht. Entsprechend sei in diesem Jahr mit deutlichen Rückgängen gerade im Juli und August zu rechnen, so Fuß.

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