Autonomes Fahren: Industrie schafft Fakten

Hersteller brauchen schnelle Regelung

| Autor: Andreas Grimm

Die Autobauer arbeiten weiter am autonomen Fahren – und geben sich nun selbst die Regeln vor.
Die Autobauer arbeiten weiter am autonomen Fahren – und geben sich nun selbst die Regeln vor. (Foto: Daimler)

Ein neues Dokument setzt die Rahmenbedingungen für das künftige autonome Fahren. Einziger Nachteil des 157 Seiten umfassenden Schriftsatzes: es ist nicht rechtsverbindlich. Denn für seine Erstellung haben sich insgesamt elf Unternehmen der Autoindustrie zusammengeschlossen: die Hersteller BMW, Daimler, Audi, Volkswagen und Fiat Chrysler Automobiles, die Zulieferer Baidu, Continental, Aptiv, der Kartendienst Here sowie die Halbleiter-Spezialisten Intel und Infineon.

Entstanden ist in ihrer Zusammenarbeit laut der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ eine Art Anleitung, wie man ein sicheres, automatisiertes Fahrzeug baut, testet und betreibt. Hintergrund ist, dass die Firmen bei der Entwicklung von autonomem Fahren auf offizielle Regelungen nicht länger warten können oder wollen.

Derzeit werden die rechtlichen internationalen Regelungen von Vertretern für 56 Länder verhandelt. Das Abschlusspapier ist für Februar oder März 2020 in Aussicht gestellt. Das dauert der Autoindustrie zu lang. „Im Anschluss daran müssen wir noch einen zeitlichen Spielraum einplanen, um die Vorschriften exakt zu interpretieren und Fahrfunktionen auch intern freizugeben“, zitiert „Auto Motor und Sport“ in der Ausgabe 16/2019 den Premiumhersteller Audi.

Die Ingolstädter haben den Angaben zufolge bereits seit 2017 für den A8 einen Autobahn-Piloten (Level 3) im Angebot. Aber die Software darf wegen eines fehlenden Gesetzes nicht freigeschaltet werden.

Mercedes ist mit der neuen S-Klasse ab 2020 soweit, BMW ein Jahr darauf mit dem iNext. Darüber hinaus planen die beiden Hersteller, gemeinsam die nächste Generation an Assistenzsystemen (sogar bis Level 4) zu entwickeln. Dafür haben sie gemeinsam mit den anderen Vertretern der Gruppe das Dokument erarbeitet. „Die Intention: Sicherheit schaffen, und zwar für die Entwickler durch die Etablierung eines Quasi-Standards“, heißt es in dem „Auto Motor und Sport“-Bericht.

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