Avus: Startschuss zum Jubiläum der Übungsstraße

Autor: Steffen Dominsky

Große Jubiläen verlangen nach entsprechender Vorbereitung. Erst recht gilt diese Erkenntnis wohl in Berlin – und darum gehen der ADAC Berlin-Brandenburg und die Initiative „Avus 100“ frühzeitig in die Planung. Schließlich wird die älteste Automobilstraße schon in zwei Jahren 100 Jahre alt.

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Vor allem die 1930er Jahre mit ihren Silberpfeil-Duellen machten die Avus-Strecke populär.
Vor allem die 1930er Jahre mit ihren Silberpfeil-Duellen machten die Avus-Strecke populär.
(Bild: Bundesarchiv_B_145_Bild-P016402)

Heute erinnern an die glorreichen Zeiten der Avus noch die Fragmente der Tribünen am Messegelände. In gut zwei Jahren – genauer gesagt: am 24. September 2021 – wird die Automobil-, Verkehrs- und Übungsstraße (kurz: Avus) 100 Jahre alt. Die Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier der geschichtsträchtigen Straße sind deshalb bereits im Gange. Die Strecke, die heute das nördliche Teilstück der Autobahn A 115 bildet, war einst ein Vorzeigeprojekt des modernen Straßenbaus. Sie bot 77 Jahre lang Zuschauern Motorsportspektakel auf internationalem Niveau. Berühmte Marken und Fahrer errangen hier Siege. Die hier erzielten Rekorde der Silberpfeile und die steile Nordkurve sind legendär. Ende der 1990er Jahre fiel der letzte Startschuss auf der Avus, die heute 180.000 Autofahrer täglich schnurgerade durch den Grunewald führt.

Die Strecke war und ist ein Stück deutsche Geschichte. Der Event- und Marketingfachmann Ulf Schulz arbeitet seit längerem an einem Konzept zur Feier des Jubiläums in zweieinhalb Jahren. „Die Avus verfügt über ein enormes kulturelles Erbe, das weit über die Rolle als Motorsportmekka hinausgeht. Sie ist ein echtes Berliner Wahrzeichen. Schon 1909, noch zu Kaiserzeiten, gab es erste Überlegungen zum Bau der Piste. Und auch lange nach dem letzten Rennen 1998 gilt die Avus noch als eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt. Das darf nicht in Vergessenheit geraten“, fordert Schulz.

Ein Spektakel fürs Volk

Die Vergangenheit unterm Funkturm soll im Rahmen von Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag umfänglich, kritisch und unterhaltsam gewürdigt werden. Der ADAC Berlin-Brandenburg, der früher viele Rennen auf der Avus ausrichtete, ist Partner des entsprechenden Projekts „Avus 100“. Zu diesem Zweck denkt man derzeit gemeinsam über verschiedene Events nach. Ein Motorsportfestival, museale Retrospektiven und Veranstaltungen mit pop-kulturellem Charakter stehen im Raum.

Aktuell basteln die Verantwortlichen an einem schlüssigen Konzept und beabsichtigen, im Laufe des Jahres weitere Details bekannt zu geben. Hans-Joachim Stuck, Rennfahrer und Präsident des Deutschen Motor Sport Bunds e.V. (DMSB), sowie Carsten Müller, CDU-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut, unterstützen das Projekt. Vom ersten Moment der Planungen tat dies auch die kürzlich verstorbene Heidi Hetzer. Sie war sofort Feuer und Flamme für „Avus 100“. Schließlich verband sie mit der Avus unzählige Geschichten und Erinnerungen. Man habe mit Hetzer eine Freundin und ein Berliner Original verloren, so die „Avus 100“-Macher. Weitere Informationen unter: avus100.de.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group