Bei Taunus-Auto alles wieder im Lack

Autor: Dr. Dominik Faust

Soll man Lackieraufträge fremd vergeben oder eine eigene Anlage bauen, die den hohen aktuellen Anforderungen des Umweltschutzes entspricht? Vor dieser Frage stand Taunus Auto in Wiesbaden.

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Im neuen Lackierzentrum herrscht keine dicke Luft.
Im neuen Lackierzentrum herrscht keine dicke Luft.
(Bild: Volker Watschounek)

Für rund 1,2 Millionen Euro hat die Taunus Auto Vertriebs GmbH in Wiesbaden ein neues Lackierzentrum errichtet. Nach über achtmonatiger Bauphase ist eine Anlage mit einem 20-prozentigen Kapazitätszuwachs entstanden – zudem sind die Heizkosten im Vergleich zur alten Lackierhalle nur noch halb so hoch. Außerdem unterbietet sie laut einer aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens die strengen Grenzwerte des Umweltschutzes. Ein 30.000 Euro teurer Mischcomputer ermöglicht es dem Mercedes-Betrieb, der zu den großen Autohändlern Deutschlands zählt, nun auch ältere Lacke herzustellen.

Die alte Lackieranlage stammte aus den 80er Jahren. Daher stand Geschäftsführer Jochen Kreit vor der Frage, ob er in eine neue investieren oder Lackieraufträge künftig fremdvergeben sollte. Nicht zuletzt, um unabhängig und flexibel bleiben zu können, entschied er sich für den Neubau.

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„Mit dieser Investition stärkt Taunus-Auto den Hauptbetrieb in der Mainzer Straße und schafft vier zusätzliche Arbeitsplätze im Bereich Lack und Karosserie“, erklärte er am Donnerstag anlässlich der feierlichen Eröffnung mit 100 geladenen Gästen. Außerdem wäre die Fremdvergabe über die Jahre teurer gekommen, ergänzt Serviceleiter Volker Michael im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Eine besondere unternehmerische Herausforderung bestand darin, die Lackierer während der achtmonatigen Bauzeit zu beschäftigen. Die guten Beziehungen zu einem anderen Mercedes-Betrieb brachten schließlich die Lösung: Die Taunus-Mitarbeiter verstärkten vorübergehend das dortige Team. Da das befreundete Autohaus derzeit keine Investitionen in seine Lackiererei plant, hat Taunus Auto nach Abschluss der Bauarbeiten nicht nur seine Lackierer wieder zurück geholt, sondern zwei der dortigen Lackierer übernommen. Künftig will der Betrieb Lackieraufträge an Taunus Auto vergeben.

Die zu lackierenden Fahrzeuge werden in der neuen Anlage auf fünf Plätzen zunächst vorbereitet. Auf einem speziellen Quertransportsystem werden sie dann von der Maskierung bis zum Finishing verschoben. Dadurch müssen die seitlichen Verbindungstore zwischen Lackierkabine und Trocknerkabine nur kurz geöffnet werden, wodurch nur wenig erwärmte Luft aus den Kabinen entweicht. Taunus Auto erwartet, die Heizkosten für den Trockner auf diese Weise halbieren zu können. Der mache immerhin 80 Prozent des Energiebedarfs eines Lackierzentrums aus. Ein ganz neuer Bestandteil des Lackierzentrums ist übrigens ein separater Spot-Repair-Arbeitsplatz für Kleinschäden.

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Founder & CEO viadoo GmbH