Karrierewege im Kfz-Gewerbe
Wie Aus- und Weiterbildung im Kfz-Gewerbe funktionieren, erläuterte ZDK-Geschäftsführerin Birgit Behrens anhand einer neuen Darstellung der Fach- und Karrierewege im Kraftfahrzeuggewerbe. Schließlich sei es für die Nachwuchsgewinnung von entscheidender Bedeutung, den jungen Leuten schon frühzeitig attraktive berufliche Perspektiven anbieten zu können.
Startpunkt sind die Praktika, wie sie inzwischen rund 80 Prozent der Betriebe anbieten. Drei Prozent der Praktikanten starten schließlich eine Ausbildung in der Branche, der größte Teil in den erfolgreichen Berufen Kfz-Mechatroniker oder Automobilkaufmann.
Als Weiterbildungsstufen bietet das Kfz-Gewerbe den Servicetechniker sowie in Zusammenarbeit mit Herstellern und Importeuren in Form von Gütegemeinschaften den Geprüften Automobilverkäufer, den Geprüften Serviceberater und ganz neu den Geprüften Teile- und Zubehörverkäufer an. Weitere Karriereschritte können der Meister im Kfz-Handwerk, der Betriebswirt im Kfz-Gewerbe, der Bachelor of Business Administration und schließlich die Leitungsebene in einem Autohaus sein.
Mit der Zukunft des Automobils beschäftigten sich zwei weitere Vorträge: Werner Steber aus dem Ressort Technik des ZDK stellte alternative Antriebsformen wie Hybrid-, Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie deren Auswirkungen auf die Arbeit in den Werkstätten vor. Adrian Zlocki von der RWTH Aachen ging der Frage nach, wie Assistenzsysteme heute und in Zukunft Autofahrer unterstützen können.
Der „Mech-Karo“ braucht einen neuen Namen
Gelegenheit zur Diskussion boten die insgesamt acht Workshops, von denen jeder Kongressteilnehmer zwei besuchen konnte. Im Forum über das Berufsbild „Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik“ („Mech-Karo“) stellten die Teilnehmer zum Beispiel fest, dass sich der Beruf ändern müsse, um überleben zu können. Das beginne schon mit einer attraktiveren, weniger sperrigen Bezeichnung.
Reges Interesse fanden die Studien zur Zufriedenheit der Azubis und zur Rentabilität der Ausbildung, die Birgit Behrens in zwei weiteren Arbeitsgruppen präsentierte. Sie brachten überwiegend erfreuliche Zahlen hervor. Die Auszubildenden sind nach wie vor sehr zufrieden mit ihrer Ausbildungssituation, für den Automobilkaufmann war im Vergleich zur letzten Umfrage vor drei Jahren sogar ein deutliches Plus festzustellen.
Eine rein betriebswirtschaftliche Analyse der Ausbildung kam zu dem Ergebnis, dass die Kosten die Erträge leicht übersteigen. Dieser Erkenntnis widersprachen allerdings Betriebsinhaber, sowohl in einer Umfrage des Center of Automotive als auch vor Ort in Bad Wildungen. Die Betriebe brauchen den bestmöglichen Nachwuchs, deshalb ist eine gute Ausbildung weit mehr als nur ein Kostenfaktor und letztendlich unersetzlich, lautete ihr Urteil.
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