Bestseller im September: Der Aufschwung des VW Golf ist schon wieder gestoppt

Autor: Christoph Seyerlein

Hatte der neue VW Golf in Deutschland zuletzt zweimal Zuwächse verzeichnen können, endete dieser Aufwärtstrend im September bereits wieder jäh. Ein Blick auf vorherige September-Bilanzen zeigt, wie schwer der Bestseller inzwischen zu kämpfen hat.

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Trotz neuer Modellvarianten setzte es für den VW Golf im September ein Absatzminus in Deutschland.
Trotz neuer Modellvarianten setzte es für den VW Golf im September ein Absatzminus in Deutschland.
(Bild: Volkswagen)

Zuletzt schien es so, als finde der VW Golf 8 in Deutschland so langsam in die Spur. Im Juli (+1,6 %) und August (+7,6 %) hatte der Bestseller hierzulande jeweils Zuwächse im Vergleich zum Vorjahresmonat erzielt. Im September war es nun aber vorerst wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Und das deutlich: 11.681 Neuzulassungen bedeuteten ein Minus von 24,5 Prozent im Vergleich zum September 2019. Und das, obwohl der neue Golf in immer mehr Variationen verfügbar ist.

Dazu beigetragen hat einerseits mit Sicherheit, dass es den auslaufenden Golf 7 im vergangenen Spätsommer und Herbst zu guten Konditionen zu kaufen gab. Die gibt es für den neuen Golf aktuell aber auch. Insgesamt ist sein Niveau äußerst schwach, wenn man sich die September-Bilanzen vorheriger Jahre einmal ansieht – das WLTP-Fiasko-Jahr 2018 einmal ausgenommen. Zwischen 2014 und 2017 kam der Golf hierzulande immer über 20.000 Neuzulassungen im September. 2014 waren es satte 27.575 Einheiten – von diesem einstigen Volumen erreichte das Modell im diesjährigen September also gerade einmal noch gut 42 Prozent. Die Diskussionen, ob der Golf noch eine große Zukunft hat, dürften bei diesen Zahlen so schnell nicht abebben.

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Generell gab es in der Auto-Bestsellerliste im September im Vergleich zum August kaum Bewegung. Lediglich in der Oberen Mittelklasse löste die Mercedes-Benz E-Klasse den Audi A6 an der Spitze als meistzugelassenes Segment-Modell ab. Alle Klassensieger im vergangenen Monat zeigt obige Bildergalerie.

Besonders starke Zuwächse im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten der Fiat Ducato (+195,3 %) und der VW Passat (+95,4 %). Ersterer profitiert vom ungebrochenen Run auf Wohnmobile (+159,9 % im Vergleich zum September 2019). Bei zweiterem ist das enorme Wachstum dagegen auf den Modellwechsel zum aktuellen Facelift im vergangenen Jahr zurückzuführen.

Kleinwagen und Utilities gefragt, Vans nicht

Von den einzelnen Segmenten zählten neben den Wohnmobilen vor allem Kleinwagen (+28,9 %) und Utilities (+21,8 %) zu den Gewinnern. Zuwächse verzeichneten auch die Kompaktklasse (+5,7 %), die Mittelklasse (+3 %), die Oberklasse (+7,5 %), SUVs (+9,7 %) und Geländewagen (+5,4 %).

Heftige Einbrüche gab es dagegen erneut bei Mini-Vans (-46,8 %) und Großraum-Vans (-19,6 %). Auch Sportwagen (-12,1 %), Minis (-2,8 %) und Fahrzeuge aus der Oberen Mittelklasse (-0,6 %) waren weniger gefragt als im September 2019.

Den größten Marktanteil verbuchten im zurückliegenden Monat SUVs mit 21,2 Prozent. Ihr Vorsprung auf die Kompaktklasse (21 %) fiel aber geringer aus als in den vorherigen Monaten.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«