Betrüger unterschlagen Vorführwagen

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Mit seriösem Auftreten und glaubwürdigen Geschichten versucht ein Betrügerpaar an Vorführwagen zu kommen. Zumindest in Berlin und Bayreuth hat es schon geklappt.

(Foto: Grimm)

Mindestens zwei Autohäuser sind in letzter Zeit einem Betrügerpaar aufgesessen, das Vorführwagen unterschlagen hat. Zuletzt hat es in Bayreuth zugeschlagen und ist mutmaßlich mit einem weißen, neuen Renault Twingo unterwegs. Die Kriminalpolizei ermittelt, nach deren Angaben es sich bei dem Paar im mittleren Alter um Wiederholungstäter handelt.

Demnach haben die Täter im Bayreuther Standort des Autohauses Wedlich zugeschlagen. Dort hatten die beiden, die sich als Jörg Holger Spillmann, geb. Raßbach, und Jacqueline Spillmann ausgeben, Anfang Mai den weißen Twingo Probe gefahren, schließlich den Kaufvertrag für den Vorführwagen unterzeichnet – und das Auto gleich mitgenommen. Nun ist das Fahrzeug mit dem amtlichen Kennzeichen BT-HV 39, Fahrgestellnummer VF1AHB22552021798 mit der Erstzulassung vom 31. Januar 2015, verschwunden. Die angekündigte Bezahlung dagegen nie eingegangen.

Der Mann hatte mit guten Manieren überzeugt, selbstsicher gewirkt und war redegewandt aufgetreten. Er sei aus der Schweiz übergesiedelt, um sich in Bayreuth niederzulassen und dort Eventmarketing zu betreiben, unter anderem für Red Bull, berichtet Autohaus-Inhaber Stefan Wedlich. Dafür sei dringend ein Fahrzeug nötig, das ihm das Autohaus angesichts der vorgelegten Vollmachten und der Versicherungsbescheinigung letztlich überließ. Der Händler sollte sogar noch die Ummeldung des Fahrzeugs für den vermeintlichen Kunden abwickeln. Überzeugend wirkte wohl auch die Ortskenntnis des Mannes, der laut seiner Ausweispapiere und Sprache nicht aus Oberfranken stammt.

Der 47-jährige Mann ist etwa 1,70 Meter groß und schlank, er hat wenig Haare und trug eine Baseballmütze sowie eine Ray-Ban-Brille. Geboren ist er laut den vorgelegten Papieren am 6. September in Vacha, Thüringen. Über die Frau ist nur bekannt, dass sie laut ihrem Führerschein am 20. April 1964 in Berlin geboren ist.

Mindestens ein ähnlicher Fall ist polizeilich dokumentiert, allerdings in Berlin. Dort wurde ein Twingo mit der gleichen Masche entwendet. Zumindest bis vor Kurzem war der Bayreuther Twingo noch im Straßenverkehr unterwegs. In Glashütten, einem Ort südwestlich von Bayreuth, wurde das Auto geblitzt – und die Rechnung dem Autohaus Wedlich zugestellt.

Hinweise erbittet Autohausbesitzer Stefan Wedlich unter 0921/800200 oder per E-Mail stefan@wedlich.com.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war die Rede davon, dass das Betrügerpaar die Fahrzeugpapiere mitgenommen hatte. Das war nie der Fall. Diese verblieben zur Anmeldung des Fahrzeugs im Unternehmen.

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