BMW 2er Active Tourer: Ist das noch BMW?

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Frontantrieb, Quermotoren, Hochdach-Karosserie? Daran müssen sich BMW-Kunden erst noch gewöhnen. Aber erstens will Niederländer mit dem Konzept ja vor allem neue Kunden für die Marke gewinnen. Und zweitens sieht er auch den Active Tourer fest in der Familie verankert. Nicht nur das Design ist typisch BMW und stempelt die B-Klasse gar vollends zum Rentner-Auto.

Auch hinter dem Lenkrad fühlt man sich gleich zu Hause. Im Stand gilt das für die Sitzposition, das einnehmende Armaturenbrett, die Bedienlogik und die Ausstattung mit Assistenz- und Infotainment-Systemen. Und beim Fahren soll das auch für das Lenkgefühl und die Dynamik gelten, verspricht Niederländer. „Natürlich fühlt sich der Active Tourer nicht an wie ein Einser“, muss er einräumen: „Aber man spürt schon auf den ersten Metern, dass man in einem BMW sitzt.“

Zunächst nur mit Vorderrad-Antrieb

Pate dafür stehen nicht zuletzt die Motoren. Die sind zwar ebenfalls neu, diesmal quer montiert und treiben bis zum Debüt der bereits versprochenen xDrive-Modelle erst einmal nur die Vorderräder an. Aber sie versprechen zumindest die gewohnte Dynamik. Nicht umsonst startet der 2er Active Tourer gleich mal als 225i mit 170 kW/231 PS. Der braucht dann zwar im Normzyklus schon 6,0 Liter, schafft dafür aber auch bis zu 235 km/h. Wer in gewohnter BMW-Manier über die linke Spur stürmen will, kann damit so manche B-Klasse zur Seite blinken.

Daneben gibt es als einzigen Diesel den 218d mit ebenfalls vier Zylindern und zwei Litern Hubraum, der es auf 110 kW/150 PS bringt, 205 km/h erreicht und im Mittel mit 4,1 Litern zufrieden ist. Und als vorläufigen Einstiegsmotor wagen die Bayern mit dem 218i gleich noch einen Tabubruch. An 136 PS und maximal 200 km/h kann man sich wahrscheinlich gewöhnen und an einen Normverbrauch von 4,9 Litern erst recht. Doch dass dieser 1,5-Liter nur noch drei Zylinder hat, das ist gleich die nächste bittere Pille für die Fraktion der gusseisernen BMW-Getreuen.

BMW 2er Active Tourer: Für junge Väter und alte Herren

Niederländer ficht solche Kritik nicht an. Er glaubt an das boomende Segment der noblen Kompakten und hofft, dass es die Zeit schon richten wird. Das hat schließlich beim Touring und bei den X-Modellen auch schon mal geklappt. „Als wir diese Modelle eingeführt haben, war der Aufschrei groß“, erinnert sich der Produktplaner. „Doch heute fragt längst keiner mehr, ob ein Touring oder ein Geländewagen zu BMW passen.“

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