Und da kam es dann doch noch, das Aha-Erlebnis. BMW hat im Coupé spürbar das Fahrwerk gestrafft , was für das Serienfahrwerk genauso gilt wie für das M-Sportfahrwerk und das adaptive Fahrwerk. Die Dämpfer wurden überarbeitet und die Lenkung neu abgestimmt. Und so giert der 2+2-sitzige 440i förmlich nach einem wuseligen Landstraßenkurs, auf dem er sich mit Wonne in jede Kurve stürzen kann und sich zielgenau und souverän um enge Biegungen zirkeln lässt. Nicht einmal der Komfort leidet darunter. Die Wankneigung hält sich in Grenzen, und die direkte Lenkung vermittelt besten Fahrbahnkontakt.
Dass sich dies alles im 430i Cabrio weitaus weniger leichtfüßig anfühlt, hat mehrere Gründe. Zum einen ist der 2,0-Liter-Vierzylinder trotz ordentlichen Durchzugs nun einmal 74 PS schwächer, hat zudem mit einem viel höheren Gewicht zu kämpfen, denn das Cabrio bringt mit dem stählernen Klappdach und den Karosserieverstärkungen satte 225 Kilogramm mehr auf die Waage als ein vergleichbares Coupé.
Nicht zuletzt hat die Frischluft-Variante von der technischen Aufwertung einzig und allein die verbesserte Lenkabstimmung abbekommen. Aufgrund der harmonischen und sehr agilen bisherigen Fahrwerksabstimmung habe man auf eine weitergehende Überarbeitung des Fahrwerks verzichtet, heißt es in der offiziellen Begründung.
Als Verbrauchsprimus soll sich der nur im 4er Gran Coupé erhältliche kleine Diesel (110 kW/150 PS) laut der wenig realitätsnahen EU-Norm mit 4,1 Litern auf 100 Kilometern begnügen. 7,7 Liter Superbenzin sind es am anderen Ende der Leistungsskala beim 440i.
Kostenpunkt: Mindestens knapp 40.000 Euro
Der preisliche Einstieg in die 4er-Welt liegt bei 39.650 Euro für beide Coupé-Versionen des 420i. Erstaunlicherweise werden die zwei- und viertürigen Festdach-Varianten bei BMW zum gleichen Preis angeboten. Für das Cabrio müssen dann schon über 7.000 Euro mehr überwiesen werden. Der offene 435d xDrive steht mit dem höchsten Grundpreis von 67.800 Euro in der Preisliste. Mit jeder der Ausstattungslinien Advantage, Sport Line, Luxury Line oder M-Sport sowie weiteren mehr oder weniger sinnvollen Extras der langen Optionsliste lässt sich die Endsumme aber noch kräftig nach oben treiben.
Ein Schnäppchen ist der 4er-BMW also gewiss nicht. Was bisher allerdings wohl kaum gestört hat, denn seit seinem Debüt in 2013 weisen über 400.000 verkauften Exemplare die Coupé/Cabrio-Modelle als echte Erfolgsbaureihe aus, die in den USA, Großbritannien und Deutschland ihre meisten Fans hat. Über 50 Prozent entscheiden sich übrigens für das Gran Coupé. Jede der Ausstattungslinien lässt sich mit weiteren, mehr oder weniger sinnvollen Extras, ergänzen, sodass sich die Endsumme noch kräftig nach oben treiben lässt.
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