BMW 4er Facelift: Bitte zweimal hinschauen
Nach dreieinhalb Jahren hat BMW die 4er-Baureihe überarbeitet. Die Münchner hielten bei Coupé, Cabrio und Gran Coupé allerdings nur marginale Veränderungen für notwendig, um das Trio für die zweite Lebenshälfte fit zu machen.

Es ist das erste Facelift in der Geschichte des 4er-BMW. Die Dramatik dieses historischen Datums verblasst natürlich umgehend, wenn man weiß, dass die 4er-Reihe erst im November 2013 durch die schlichte Umbenennung des 3er-Coupés entstanden ist, dem der Hersteller im darauffolgenden Jahr noch das Cabrio und das Gran Coupé zur Seite gestellt hat.
Und sie verblasst noch mehr, wenn man erkennt, wie unspektakulär die Ausgestaltung dieser Modellpflegemaßnahme erfolgt. Bei dem überarbeiteten 4er-Trio, das zu Preisen ab rund 40.000 Euro bereits im Handel ist, müssen selbst eingefleischte BMW-Fans zweimal hingucken, um die Unterschiede zu den bisherigen Modellen zu entdecken.
Die leicht veränderten Lufteinlässe in der Frontpartie, eine renovierte Heckschürze und ein paar neue Applikationen, die ebenso wie ein frisches Raddesign nur bestimmten Ausstattungsstufen zu Gute kommen, gehören in die Kategorie unauffälliger Feinkosmetik. Erst die mit einer neuen Leuchtgrafik versehenen Scheinwerfer in LED-Technik als Ersatz für das bisherige Xenon-Licht und die gleichfalls neuen LED-Rückleuchten lassen bei so manchem Betrachter ein Licht aufgehen. „Bewährtes bewahren und den Charakter weiter schärfen“, nennt das der leitende Exterieur-Designer Domagoj Dukec.
Kommt das Aha-Erlebnis vielleicht im Innenraum? Pustekuchen. Auch hier muten die Münchner ihren Kunden Veränderungen nur in homöopathischen Dosierungen zu. Ein etwas griffigerer, lederner Lenkradkranz, ein bisschen mehr Chrom, eine Mittelkonsole in Hochglanz-Schwarz, ein Touchscreen, der jetzt sechs Kacheln anzeigt, drei neue Polsterfarben und – ganz wichtig – doppelte Ziernähte. Wer es positiv sieht, mag von viel Liebe zum Detail sprechen.
Nichts Neues bei den Motoren
Wo stecken also die Maßnahmen, die die Bezeichnung Produktaufwertung rechtfertigen? Motoren? Auch nicht. Da war allerdings auch wirklich keine Auffrischung vonnöten, da die bisher schon angebotenen Benziner- und Dieseltriebwerke, allesamt der EU6-Norm entsprechen, der aktuellsten Motorenfamilie angehören und durchgängig mit Twinturbo-Power arbeiten.
Für alle drei Karosserie-Varianten sind drei Otto- und drei Diesel-Motoren mit einem Leistungsspektrum von 135 kW/184 PS bis 240 kW/326 PS erhältlich. Das Gran Coupé hat zudem mit dem 418d einen vierten Selbstzünder als Einstieg mit 110 kW/150 PS aufzubieten. Neben dem 435d xDrive als einziger Version mit serienmäßigem Allradantrieb können zwölf weitere Varianten optional mit dem 4x4-System von BMW geordert werden. Das ergibt insgesamt die beeindruckende Zahl von 31 Modell- und Antriebsvarianten. Für eine Coupé/Cabrio-Baureihe eine bemerkenswerte Vielfalt, die zumindest bei den Vierzylindern noch um die Wahl zwischen manueller Sechsgangschaltung und Acht-Gang-Steptronic erweitert wird.
An der Qualität der Motoren gibt es wahrlich nichts auszusetzen. Zumindest nicht an dem Vierzylinder-Benziner mit 185 kW/252 PS im 430i Cabrio und noch weniger am geschmeidigen, beim Beschleunigen sonor brummelnden Reihensechszylinder im 440i Coupé mit 240 kW/326 PS, die als einzige Vertreter der 4er-Platte zu ersten Testrunden bereit standen.
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