BMW: Jetzt doch Massenrückruf in Europa wegen Brandgefahr

Autor / Redakteur: jr/dpa / Jens Rehberg

Nachdem sich in Südkorea Dutzende BMWs entzündet hatten, hat sich der Hersteller nun entschlossen, auch in Europa eine größere Stückzahl aus verschiedenen Baureihen vorsichtshalber zu den Vertragspartnern zu bestellen.

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(Bild: Tom Kirkpatrick/BMW)

BMW holt nun auch in Europa Fahrzeuge in sechsstelliger Anzahl wegen möglicher Brandgefahr zurück. In Einzelfällen könne Glykol aus dem Kühler der Abgasrückführung austreten und sich in den heißen Abgasen zusammen mit Ölrückständen entzünden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in München mit. In seltenen Fällen könne das zum Schmelzen des Ansaugkrümmers führen. Im Extremfall kann ein Brand entstehen.

Europaweit könnten insgesamt rund 324.000 Einheiten von dem Problem betroffen sein, davon circa 96.000 in Deutschland. Am Dienstagvormittag hatte ein BMW-Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb« noch gesagt, hierzulande seien keine Problemfälle bekannt. In Südkorea musste BMW bereits mehr als 100.000 Autos aus dem gleichen Grund zurückrufen. Dort war es zu einzelnen Motorbränden gekommen – südkoreanische Medien hatten von rund 30 Vorfällen berichtet.

Die betroffenen Autohalter würden ab nächster Woche angeschrieben. In den Service-Betrieben sollen dann die AGR-Module geprüft und fehlerhafte Komponenten gegebenenfalls ausgetauscht werden. Zurückgerufen würden 3er, 4er, 5er, 6er, 7er, X3, X4, X5 und X6 mit Vierzylinder-Dieselmotoren, die zwischen April 2015 bis September 2016 gebaut wurden, sowie mit 6-Zylinder-Dieselmotoren, die zwischen Juli 2012 und Juni 2015 gebaut wurden. 1er und X1 sollen nur in Südkorea betroffen sein. Der 6er wiederum ausschließlich in Europa.

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