Bosch bietet mehr beschichtete Bremsscheiben

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Die Stuttgarter haben ihr Programm an beschichteten Bremsscheiben erweitert. Werkstätten sollten einige wesentliche Dinge beachten, wenn sie diese verbauen.

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Bosch bietet immer mehr beschichtete Bremsscheiben an, bei deren Einbau Werkstätten speziell auf das Einbremsen achten müssen.
Bosch bietet immer mehr beschichtete Bremsscheiben an, bei deren Einbau Werkstätten speziell auf das Einbremsen achten müssen.
(Foto: Bosch)

Bosch bietet für Werkstatt und Handel mit über 1.700 Applikationen nach eigenen Angaben eines der am besten aufgestellten Bremsscheibenprogramme im Independent Aftermarket an. Ab sofort können Betriebe auch auf ein erweitertes Programm von über 500 beschichteten, korrosionsgeschützten Bremsscheiben zugreifen, das kontinuierlich erweitert wird.

Dabei verwendet das Unternehmen zwei unterschiedliche Beschichtungen. Zum einen kann es Scheiben mit einer kompletten „Alutherm“-Beschichtung ausliefern, zum anderen solche mit einer Beschichtung auf Zinkstaubbasis. Bei diesen Bremsscheiben ist die Lauffläche, an der der Bremsbelag anliegt, nicht beschichtet. Beide Beschichtungen sind aus umweltverträglichem Material hergestellt.

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Für die Werkstatt haben die beschichteten Scheiben den Vorteil, dass sie vor dem Einbau nicht weiter behandelt werden müssen. Das Reinigen geölter Bremsscheiben entfällt beispielsweise komplett. Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der beschichtete Bereich der Bremsscheibe auch nach dem Einbau korrosionsgeschützt bleibt, was besonders in Verbindung mit Alufelgen für eine ansprechende und sportliche Optik sorgt. Verwenden Werkstätten beschichtete Bremsscheiben, müssen sie beim sogenannten Einbremsen einige wichtige Hinweise beachten.

Beschichtete Scheiben speziell einbremsen

Der Monteur sollte zunächst zehn bis zwanzig mittelstarke Abbremsungen mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h durchführen. Dies ist besonders wichtig bei den komplett mit Alutherm beschichteten Bremsscheiben. Nur so kann ein optimaler Reibwert zwischen Scheibe und Belag erreicht werden. Weiterhin sollte der Fachmann dem Kunden für die ersten 300 Kilometern Fahrstrecke nach dem Wechsel einen vorsichtigeren Fahrstil empfehlen.

Die Stuttgarter verwenden in ihrem Bremsscheibenprogramm unterschiedliche Güsse. Viele davon veredeln sie zusätzlich noch mit Legierungsbestandteilen wie Molybdän, Kupfer, Chrom, Titan usw. Dies sei notwendig, um die bei einem Bremsvorgang entstehenden Kräfte aufzunehmen, denn bei einer Vollbremsung entspricht die Leistung der Bremsen einem Vielfachen der Motorleistung. Zwischen Bremsscheibe und Belag können dann Temperaturen von über 750 °C entstehen. Dies bedeutet eine enorme thermische und mechanische Beanspruchung. Deshalb sind entscheidende Eigenschaften von Bremsscheiben im Premiumsegment hohe Temperaturleitfähigkeit, niedrige Thermospannungen, hohe Widerstandskraft gegen Thermorisse und gute Dämpfungseigenschaften.

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