Ford-Rückrufe Brüchiges Innengelenk

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Je eine vierstellige Anzahl von Pumas und Broncos leiden an Antriebsverlust oder einem fehlenden Bild der Rückfahrkamera. Bei einem kleinen Rückruf für ältere Ford Focus hat das KBA wohl die Chronologie der Ereignisse vertauscht.

Unter anderem müssen circa 2.000 Pumas hierzulande überprüft werden.(Bild:  Ford)
Unter anderem müssen circa 2.000 Pumas hierzulande überprüft werden.
(Bild: Ford)

„Bei der Überwachung von Fahrzeugen im Betrieb haben wir festgestellt, dass bei einer Reihe von Puma-Fahrzeugen aufgrund eines inneren Bruchs des Innengelenks (IBJ) der rechte vordere Antriebsstrang ausfallen kann“. So begründete ein Sprecher der Ford-Werke einen Rückruf für rund 13.000 Einheiten des Kompakt-SUVs. In Deutschland seien 1.418 Fahrzeuge aus dem Bauzeitraum September 2025 bis Februar 2026 betroffen. „Weitere Einheiten zählen zu den nicht zugelassenen Fahrzeugen“, ergänzte er. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) weist den Rückruf mit der internen Kennung hierzulande für etwas über 2.000 Einheiten aus.

Durch eine überdrehte IBJ-Manschette könne der Antriebsstrang keine Kraft mehr auf das rechte Rad übertragen, konkretisierte der Sprecher. Es seien Geräusche oder Vibrationen wahrnehmbar, gefolgt von einem Antriebsverlust. Im Falle eines Ausfalls der Antriebswelle bleibe die Lenkung unbeeinträchtigt, „da das Lenksystem und die Antriebswellen unabhängig voneinander arbeiten und unter normalen Bedingungen kein Blockieren der Räder zu erwarten ist“, so der Sprecher weiter.

Der Ford-Partner nimmt bei betroffenen Pumas eine Sichtprüfung vor. Bei Bedarf tauscht er die Gelenkwelle aus, was laut dem Sprecher mit einem Arbeitsaufwand von etwa einer Stunde verbunden ist. Fragen zum Rückruf mit der internen Kennung „26S15“ beantwortet die Kundenhotline unter der Rufnummer 0221 - 9999 2999.

Das gilt auch für zwei weitere Rückrufe, zu denen bislang lediglich die KBA-Meldung vorhanden ist. Der größere der beiden gilt demnach bei uns für 1.353 Ford Bronco. „Es kann zum Ausfall der Rückfahrkamera kommen“, bemängelt Flensburg. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde liefert mal wieder mehr Details: Hinter einem schwarzen Bildschirm steckt offenbar eine Arbeitsverweigerung der Bedien- und Recheneinheit des Sync-4-Infotainmentsystems (APIM) bei zu hohen Innenraumtemperaturen. In den Vereinigten Staaten wird der Rückrufcode „26S09“ für fast 530.000 Exemplare des Bronco und über 320.000 des Edge ausgewiesen.

Umgekehrte Chronologie in der KBA-Datenbank

Nicht wirklich neu ist die Ende April vom KBA vermeldete Ford-Aktion „20C22“ für hierzulande 116 Ford Focus, die zwischen Dezember 2017 und November 2019 vom Band rollten. Weltweit rund 500 Einheiten erhielten schon vor längerer Zeit eine Aktualisierung des Telematik-Steuergeräts (TCU), um verschiedene Fehlfunktionen – unter anderem am automatischen Notrufsystem – zu beseitigen. Es handelt sich dabei aber offenbar um die Vorgängeraktion zum Rückruf „25C77“, der schon im vergangenen März in der Behördendatenbank auftauchte.

Damals wurde eine Wiederholung des Softwareupdates angekündigt. „Durch ein Over-The-Air-Update kann es zu Kommunikationsstörungen zwischen dem TCU und dem Ford Service Delivery Network kommen. Dies führt unter anderem zum Ausfall des E-Call-Systems“. Dies galt deutschlandweit aber nur noch für 33 Autos der Baujahre 2018 und 2019 und sollte nun durch ein weiteres TCU-Update beseitigt sein.

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