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Bosch liefert Scheinwerfer und Diagnosetester für Oldies

Autor: Steffen Dominsky

Der Stuttgarter Fahrzeug- und Werkstattausrüster baut sein Klassik-Angebot aus. Während im Teilebereich alte Scheinwerfer neu aufgelegt werden, sollen Werkstätten alte Fahrzeuge mit modernen Werkzeugen diagnostizieren können.

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Bosch Classic hat sein Teileangebot um Scheinwerferreproduktionen erweitert.
Bosch Classic hat sein Teileangebot um Scheinwerferreproduktionen erweitert.
(Bild: Bosch)

Auf der eben zu Ende gegangenen Messe Retro Classics hat Bosch Classic sein erweitertes Ersatzteilangebot präsentiert. Neu im Sortiment sind original nachgefertigte Scheinwerfer mit dem Bosch-Schriftzug. Die hohe Nachfrage hat die Stuttgarter zu einer Neuauflage bewogen. Bis Ende des Jahres sind zunächst die Scheinwerfer in Chrom und Schwarz für die Porsche 911-Modelle der Baujahre 1968 bis 1982 lieferbar. Für weitere Fahrzeugtypen wird die Nachfertigung anschließend ausgebaut, zunächst für den Mercedes SL-Typ W 113, der von 1963 bis 1971 gebaut und unter der Bezeichnung „Pagode“ bekannt ist. Darüber hinaus hat Bosch Classic eine Reihe von Streuscheiben für die Scheinwerfer vieler Fahrzeuge im Programm.

Bosch Classic hat es sich zur Aufgabe gemacht, Young- und Oldtimer am Laufen und auf der Straße zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Bosch Classic in Sachen Ersatzteile auf unterschiedliche Strategien. Sind beispielsweise noch die originalen Werkzeuge und Unterlagen vorhanden und ist das Produkt aufgrund der Nachfrage wirtschaftlich, lässt Bosch Classic Teile nachfertigen. Manche Ersatzteile werden mit modernen technischen Komponenten neu aufgelegt. Jüngstes Beispiel sind 20 Blinkgeber-Relais, deren historische Optik bewahrt wurde. Ersatzteile für Young- und Oldtimer sind über die Bosch-Servicebetriebe und den Großhandel erhältlich. Werkstätten können ausgewählte Ersatzteile seit diesem Jahr außerdem über den Onlineshop von HC Cargo bestellen.

Eine weitere Möglichkeit, die Ersatzteilversorgung für Young- und Oldtimer zu sichern, ist der Instandsetzungsservice 1:1 REMAN. Prüfung und Instandsetzung werden mit originalen Werkzeugen und Prüftechnik in den Bosch-Werken durchgeführt. Da der Kunde seine reparierte Komponente zurückerhält, ist die Originalität des Fahrzeugs gesichert. Instand gesetzt werden können so zum Beispiel mechanische Einspritzpumpen, Drucksensoren, Mengenteiler oder Warmlaufregler von Bosch und Kugelfischer. Abgewickelt wird der Service 1:1 REMAN über die Bosch-Classic-Servicebetriebe, an die sich Oldtimerbesitzer bei Bedarf wenden können.

Auch elektronische Komponenten werden überholt

Auch elektronische Bauteile gewinnen bei Young- und Oldtimern zunehmend an Bedeutung. Mit einem Austausch- und Reparaturservice bietet Bosch den Werkstätten hier ebenfalls Lösungen. Der Bosch-Electronic-Service, der als Werksservice für Blaupunkt-Autoradios und -Navigationsgeräte begonnen hat, verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen mit der Instandsetzung von Fahrzeugelektronik. Heute werden auch Kombiinstrumente und komplexe Steuergeräte repariert. Auf speziellen Prüftürmen werden Alltagssituationen unter verschiedenen Temperaturen und Lasten mit den Originalverkabelungen simuliert. So können die elektronischen Komponenten in einer Prüftiefe untersucht werden, wie sie nur der Hersteller bieten kann.

Bei der Instandsetzung verwenden die Techniker des Bosch-Electronic-Service ausschließlich Originalteile oder von Bosch freigegebene vergleichbare Teile. Instandgesetzt werden können beispielsweise HKZ-Steuergeräte Zündung, D-Jetronic-Steuereinheiten, Saugrohrdruckfühler oder Motronic-Steuereinheiten. Im Fall von irreparablen Klassikkomponenten kann der Service zudem oft Tauschgeräte anbieten.

Sonderthema Testausrüstung für die Werkstatt

Auf der Retro Classics in Stuttgart präsentierte Bosch Classic in diesem Jahr den modernen Systemtester FSA 720, mit dem die Werkstatt neue, aber auch Komponenten klassischer Fahrzeuge umfassend testen kann. Die bislang im Klassikbereich eingesetzten Tester sind nicht mehr lieferbar und oft auch nur eingeschränkt reparabel. Die FSA-Tester von Bosch sind für die Werkstatt eine gute Alternative, weil mit ihnen die im Klassik-Bereich relevanten Prüfungen unter anderem von Temperatur, Zündung und Druck durchgeführt werden können. Mit einem Ergänzungsmodul sind auch Zündung und Spannung messbar. Um festzustellen, ob ein historischer Tester eventuell doch noch zu reparieren ist, kann sich die Werkstatt an den Bosch Classic Service WAL Leipzig wenden, der sich auf die Reparatur dieser Prüfgeräte spezialisiert hat.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group