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Bremsentrends auf der Automechanika

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jens Rehberg

Die großen Originalteilelieferanten für die Bremse sind auf die anspruchsvolleren gesetzlichen Vorgaben, die demnächst greifen werden, gut vorbereitet. Das zeigen sie derzeit auf dem Frankfurter Messegelände.

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Federal-Mogul präsentiert an seinem Stand in Halle 3 unter anderem seine neueste Bremstechnologie (Ferodo, Jurid und Wagner).
Federal-Mogul präsentiert an seinem Stand in Halle 3 unter anderem seine neueste Bremstechnologie (Ferodo, Jurid und Wagner).
(Bild: Mack / kfz-betrieb)

Die Bremse ist eines der wichtigsten Verschleißteile am Auto – dementsprechend gibt es viele aktuelle Entwicklungen auf der Automechanika in Sachen Bremse zu sehen. Das gilt für alle Hauptbestandteile des Radbremssystems: der Sattel ebenso wie die Beläge und die Scheiben.

Die Ersatzteilhersteller stehen vor einer wichtigen Aufgabe: Vom 1. November 2016 an dürfen neu zugelassene Autos nur noch mit Bremsscheiben repariert werden, die die ECE-R90 erfüllen. Damit will der Gesetzgeber einen höheren technischen Standard in Sachen Leistung und Standfestigkeit durchsetzen – so wie er es bei den Belägen schon vor Jahren getan hat. Im Ergebnis dürften Billigteile zunehmend vom Markt verschwinden, zumindest für neue Autos. Denn eines ist klar: Der volle Ersatzbedarf für diese neuen Scheiben wird erst in zwei bis drei Jahren eintreten.

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Doch schon heute haben Qualitätsanbieter wie ATE (Continental), Bosch, ZF (mit seiner neuen Tochter TRW), Brembo, Zimmermann, Hella Pagid und Federal-Mogul ihre Hausaufgaben gemacht und bieten Bremsscheiben in ECE-Qualität an. Für diese großen Originalteilelieferanten ist das auch kein technisches Problem. Doch kleinere Produzenten könnten es schwerer haben, vor allem, weil die nötigen Tests und Dokumentationen einen großen Aufwand verursachen. Ein Grund mehr, bei den Bremsscheiben auf Qualitätsanbieter zu setzen.

Neuer Trend: Kupferfreie Bremsbeläge

Ein kommender Trend bei den Belägen ist der Verzicht auf Kupfer im Belagmaterial. Kupfer hat eigentlich gute Eigenschaften, denn es leitet Wärme ab. Aber in den USA sieht man die Schwermetallemissionen durch Bremsstaub mittlerweile kritisch und will Kupfer verbannen – ein Trend, den auch hiesige Produzenten aufgreifen. Federal-Mogul etwa stattet die neue Mercedes-C-Klasse mit seinen kupferfreien Eco-Friction-Belägen aus und liefert diese Produkte auch in den Aftermarket. Auch andere Belaghersteller wie TMD Friction (Textar) oder ATE sind auf diesem Gebiet bereits aktiv. Das Beste daran: Die Bremseigenschaften verbessern sich durch den Verzicht auf das Kupfer sogar!

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Aufbereitete Bremssättel sparen Geld und Ressourcen

Beim Bremssattel steht die Aufbereitung im Mittelpunkt. Der Zulieferer FTE beispielsweise stellt eine Million aufbereitete Bremssättel im Jahr her, die sich in ihren Eigenschaften nicht vom Original unterscheiden, aber weniger kosten.

Aufbereitungsprogramme gibt es bei allen bedeutenden Herstellern. Wichtig für den Abnehmer ist, dass diese wirklich im industriellen Maßstab arbeiten – nur so lässt sich eine mit Neuteilen vergleichbare Qualität sicherstellen.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group