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Bremsprüfstand: Gibt’s bei Ihnen noch die HU im Haus?

Autor / Redakteur: Nik Luhmann / Ottmar Holz

Bis 2020 läuft der Bestandsschutz für alte Bremsprüfstände – eigentlich. Trotzdem droht vielen Betrieben der Verlust der Hauptuntersuchung in der eigenen Werkstatt.

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Auf diesem Prüfstand wird es ab dem 1.1.2018 vermutlich keine HU mehr geben.
Auf diesem Prüfstand wird es ab dem 1.1.2018 vermutlich keine HU mehr geben.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Rund 15.000 Werkstätten benutzen unverdrossen einen Prüfstand, der die seit 2011 bekannten Anforderungen der Bremsprüfstandsrichtline nicht erfüllt – und genießen den Bestandsschutz, den ihnen der Gesetzgeber großzügig gewährt. Doch diese Sicherheit könnte trügerisch sein. Seit dem 1. Januar gelten für Prüfstände, auf denen die Bremsen bei der Hauptuntersuchung eines Fahrzeugs geprüft werden, die Vorschriften der „Regelung über abweichende Anforderungen von den Nummern 6.2.6. und 6.2.7. der DIN EN ISO/IEC 17020:2012 nach Anlage VIIIb, Nummer 2.1b der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)“. Was verbirgt sich hinter diesem Wortungetüm? Die im zweijährlichen Turnus vorgeschriebene Stückprüfung wird 2017 zunächst um eine Kalibrierung erweitert. Das kann bis zum 31.12.2017 ein Sachkundiger erledigen, wenn er von einem anerkannten Kalibrierdienst bevollmächtigt wurde.

Ab 2018 wird die rückführbare Kalibrierung (nach heutigem Stand) nur noch ein Kalibrierdienst durchführen dürfen. Die Pflicht zusätzlich zur Stückprüfung eine normenkonforme Kalibrierung durchzuführen gilt ausnahmslos für alle Prüfstände, auf denen eine HU durchgeführt werden soll – also auch für solche, die der Bremsprüfstandsrichtlinie 2011 nicht entsprechen. Wenn der Prüfstand zur Stückprüfung fällig ist, muss er nach den neuen Richtlinien geprüft werden. Ob die Prüfstandshersteller allerdings entsprechende Verfahren auch für diese „alten Schätzchen“ nachreichen, ist fraglich. Einen Hoffungsschimmer gibt es jedoch: Die Firma Cartesy arbeitet an einem universellen Kalibrierverfahren. Welche Möglichkeiten es darüber hinaus gibt, die HU „bremsenprüfstandtechnisch“ im Haus zu halten, erfahren Teilnehmer der Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe in einem Vortrag von Ottmar Holz, Redakteur im Ressort Service & Technik der Redaktion »kfz-betrieb«.

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Zu den weiteren Highlights der Fachtagung zählen Beiträge wie „Die Amtlichen Prüfungen in der Werkstatt: Was benötigt der Betrieb heute und in Zukunft“ von ASA-Präsident Frank Beaujean, „Die Zukunft der HU im europäischen Vergleich“ von Prof. Friedrich Bollinger von der Uni St. Gallen und „Die Abgasuntersuchung der Zukunft – Ein Ausblick“ von Christian Rahner vom Messtechnikspezialisten Maha.

Zudem begleiten zahlreiche Aussteller die Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe. Sie präsentieren ihre Werkstattausrüstungen und informieren die Teilnehmer über neue Serviceleistungen rund ums Werkstattgeschäft.

Interessiert? Dann sollten Sie einen Blick in das Fachtagungsprogramm werfen und sich anmelden.

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